Das TAHITI BOUNTY Projekt
www.tahiti-bounty.de
Eines der größten Seefahrtabenteuer aller Zeiten erwacht nun zu neuem Leben...
Das TAHITI-BOUNTY Projekt
Ziel des Projekts ist es, mit einer neuen, nach den Originalplänen gebauten BOUNTY in der paradiesischen Inselwelt um TAHITI wie vor 200 Jahren Segel zu setzen und auf große Fahrt zu gehen.
Initiator:
BOUNTY Projekt
Management GmbH
Kirchstraße 110
46539 Dinslaken
Tel. 02064 - 826245
Fax 02064 - 829718
bountyclub@aol.com
Informationsstand 30.12.2004
Die Unternehmensidee
Die weltberühmte Meuterei auf der BOUNTY ist ein historisches
Ereignis, das als eines der größten Abenteuer in die Geschichte
der Seefahrt einging. Seit über zweihundert Jahren sind die Menschen in
aller Welt fasziniert von der BOUNTY, die den Stoff lieferte für Tausende
von Büchern und fünf Kinofilme mit den bekanntesten Schauspielern
ihrer Zeit. Die BOUNTY wurde somit zum wohl bekanntesten Segelschiff der Welt.
Tahiti bekam insbesondere durch die Geschichte der Meuterei auf der BOUNTY einen
besonderen Mythos, und belebt heute weit mehr als andere Inselgruppen im Südpazifik
den Traum vom Südseeparadies. Das
TAHITI BOUNTY Projekt bildet nun die perfekte Symbiose aus dem berühmten
BOUNTY-Abenteuer und dem paradiesischen Reiseziel Tahiti. Eine Kreuzfahrt mit
der TAHITI BOUNTY in der Inselwelt Französisch Polynesiens lässt die
Geschichte wieder lebendig werden und ist eine konkurrenzlose Attraktion auf
höchstem Niveau.
Die Zielregion
Tahiti, die "Perle der Südsee", erfreut sich seit Beginn der
60er Jahre kontinuierlich steigender Tourismuszahlen.
Jährlich locken die spektakuläre Landschaft, das angenehme Klima,
die mystische Vergangenheit und die sprichwörtliche Gastfreundschaft der
Einheimischen etwa 200.000 Besucher aus aller Welt an, insbesondere aus Europa,
Japan und den USA. Die Attraktivität dieses Südseeparadieses machte
Tahiti, zu denen auch die Inseln mit den klangvollen Namen Moorea und Bora Bora
gehören, zu einer der exclusivsten Reisedestinationen der Welt.
Der Markt
Der enorme Bekanntheitsgrad der
Geschichte der Meuterei in aller Welt,
der historische Bezug des Schiffes zu Tahiti und die Romantik eines Segelschiffs
aus dem 18. Jahrhundert weckt die Sehnsucht nach einer Reise mit der TAHITI
BOUNTY nicht nur in vielen Touristen, sondern auch Einheimischen, denn es gibt
in Französisch Polynesien mit seinen 250.000 Einwohnern anders als in anderen
Regionen des Pazifiks einen ausgeprägten Lokaltouris-mus. Der großen
lokalen und internationalen Nachfrage steht ein nur begrenztes Angebot gegenüber,
denn die neue BOUNTY hat im Gegensatz zu den üblichen Kreuzfahrtschiffen,
die in den letzten Jahren verstärkt in den Inseln Tahitis verkehren, mit
lediglich 12 Kabinen für 24 Passagiere eine deutlich geringe Bordkapazität
als die schwimmenden Hotels aus Stahl. Die TAHITI BOUNTY ist in ihrer Art und
Größe im Südpazifik konkurrenzlos, und in Anbetracht des
Nachfrageüberhangs ist von einem hohen Grad
der Auslastung über das ganze Jahr auszugehen.
BOUNTY Aktivitäten
Vom Liegeplatz an zentralster Stelle im Hafen von Papeete, der Hauptstadt Tahitis
aus startet die unter englischer Flagge fahrende neue BOUNTY ihre Reiseaktivitäten
mit einem umfangreichen Spektrum von Zielen. Der historische Ankerplatz der
BOUNTY William Bligh´s in der Matavai-Bucht wird als Anlaufpunkt für
Halbtagsfahrten genutzt, während
die Cooks-Bay auf Moorea und Tetiaroa, das Privatatoll des Schauspielers Marlon
Brando, Ziele für Tagestouren darstellen. Mehrtagestörns führen
durch die Welt der Gesellschaftsinseln bis nach Bora Bora, und das Highlight
des Jahres bildet eine Fahrt der TAHITI BOUNTY nach Pitcairn, der 2.200 km südöstlich
von Tahiti gelegenen Insel, auf der die Nachfahren der Meuterer heute noch äußerst
abgeschieden leben. Neben dem planmäßigen Reisebetrieb kann die TAHITI
BOUNTY bei entsprechender Nachfrage auch an Personen aus Politik und Wirtschaft
verchartert werden. Zwischen den Reisetagen stellt die TAHITI BOUNTY am Hafenboulevard
eine erstklassige Touristenattraktion dar und bietet eine Reihe von Dockside-Aktivitäten
vom Schiffsbesuch über gastronomische
Angebote von Schiffsrestaurant und
-Bar bis hin zum Betrieb einer BOUNTY
Boutique, in der die verschiedensten Souvenirs angeboten werden.
Die neue BOUNTY
Mit einer Länge von 40 m an Deck und einer Breite von 10 m wird die neue
BOUNTY deutlich größer als ihr Urahn, so wie auch die Menschen von
heute größer sind als vor mehr als zweihundert Jahren. Die äußere
Gestaltung der TAHITI BOUNTY entspricht, so weit es die Sicherheitsvorschriften
zulassen, absolut dem Erscheinungsbild
des historischen Originals. Hinter dieser optischen Kulisse verbirgt sich
ein den heutigen Bedürfnissen und dem Verwendungszweck entsprechendes Inneres.
Die Passagiere erwarten an Bord zwei klimatisierte Passagierdecks, die ganz
im Stil des 18. Jahrhunderts mit hochwertigen Holzvertäfelungen und Lederbezügen
ausgestaltet sind. Während mittschiffs, wo sich im Originalschiff das Mannschaftsquartier
befand eine entsprechend rustikale Cocktailbar untergebracht ist, findet sich
im Heck - der "Kapitänskabine"
- ein feinerer Restaurantbereich. Die zwölf Zweibettkabinen sind komfortabel
ausgestattet und verfügen über ein privates Bad, in dem ausschließlich
edle Materialien verarbeitet werden.
Der Schiffrumpf wird unterhalb der Wasserlinie strömungsgünstig optimiert
und in moderner Bauweise formverleimt aus ausgewählten Hölzern der
Sibirischen Lärche erstellt. Neben den 18 Segeln erhält die TAHITI
BOUNTY zwei Dieselmaschinen als Hilfsantrieb
sowie ein Bugstrahlruder, um das rund 700 Tonnen verdrängende Schiff auch
im engen Hafenbecken von Papeete exakt manövrieren zu können.
Der Konstrukteur
Erste Konzeptzeichnungen für das neue Schiff wurden auf der Basis von Originalzeichnungen
aus dem National Maritime Museum in London und ergänzenden Detailzeichnungen
des Kanadiers John McKay von Herrn Prof. Dipl.-Ing. H.-Dieter Scharping aus
Husby bei Flensburg erstellt. Herr Prof. Scharping ist seit vielen Jahren im
Yachtbau tätig und arbeitete nach seinem Studium auf mehreren großen
Werften, zuletzt in leitender Position bei Blohm & Voss. Seit 1971 ist Herr
Prof. Scharping selbständig als Yachtkonstrukteur, Gutachter, Berater und
vereidigter Sachverständiger tätig. An der Hochschule für Technik
in Bremen erhielt er eine Professur für Yachtkonstruktion
und Yachtbau und veröffentlichte
seine Erfahrungen auch in einem Buch, das im Delius Klasing Verlag erschien.
Mit der Erstellung der detaillierten Konstruktionszeichnungen soll der international
bekannte Schiffsdesigner Tony Castro aus Southampton, England, beauftragt werden.
Tony Castro arbeitet seit Jahren für namhafte Werften wie JONGERT, und
hat mit der TENACIOUS seine Kompetenz im Bereich auch größerer Passagierschiffe
unter Beweis gestellt. Die im Jahr 2000 in
Betrieb genommene TENACIOUS ist in der gleichen
Bauweise wie die geplante TAHITI BOUNTY entstanden, und war mit einer Länge
von 50 m an Deck das größte Holzschiff, das in England in den letzten
100 Jahren gebaut wurde.
Die Werft
Für den Bau der TAHITI BOUNTY besteht ein Vorvertrag mit der navcon naval
consulting GmbH in Peenemünde auf der Insel Usedom. Der Geschäftsführer
der Werft, Detlev Löll, ist gelernter Stahlschiffbauer und Bootsbaumeister
und wie Herr Prof. Scharping angesehenes Mitglied in einer Vielzahl maritimer
Verbände. Die navcon Werft hat
sich spezialisiert auf das Segment Segelschiffe ab 30 m Länge, und
machte sich international einen Namen im Bereich der Großtaklerei. Sie
lieferte unter anderem die Takelagen für die
Kreuzfahrtschiffe "SEA CLOUD II" und "LILI MARLEEN" sowie
das Segelschulschiff "GORCH FOCK". Detlev Löll und seine Mitarbeiter
sind darüber hinaus auch als Restaurator von Museumsschiffen wie der
"SEUTE DEERN" und "RICKMER RICKMERS" tätig gewesen,
und mit dem Dreimaster "DUNBRODY", einem der BOUNTY ähnlichen
Segelschiff, das in Irland im Auftrag des John F. Kennedy Trusts fertig
gestellt wurde, bewies die navcon Werft ihre Fähigkeiten
und Flexibilität auch auf internationaler Ebene.
Der Baustandort
Die TAHITI BOUNTY kann in einer neuen Werfthalle der navcon GmbH in Peenemünde
auf der Insel Usedom gebaut werden, wo Besucher im Rahmen einer "Gläsernen
Werft" während der mehr als zwei Jahre andauernden Bauphase die Entstehung
des Schiffes verfolgen können. Eine in der benachbarten Halle untergebrachte
BOUNTY historische Ausstellung vermittelt
Hintergrundwissen über die Geschichte der Meuterei und informiert über
das TAHITI BOUNTY Projekt. In Verbindung mit einer Südsee-Gastronomie und
einem Souvenirshop bildet der Werft- und Ausstellungsbesuch ein wesentliches
Element des Marketings mit der Zielsetzung, aus dem Strom von mehr als 500.000
zu erwartenden Besuchern am Standort des Schiffsbaus zukünftige Reisegäste
zu gewinnen.
Alternative Standort werden zurzeit noch überprüft. Insbesondere besteht
auch in Duisburg die Möglichkeit, im Ballungszentrum Ruhrgebiet mit dem
Bau der BOUNTY neue Impulse zu setzen.
Auch wenn bei der Wahl des Standortes
der Aspekt der Gläsernen Werft eine wichtige Rolle spielt, steht der
eigentliche Bau des Schiffes im Mittelpunkt der Betrachtungen. Die Kompetenz
der Werft und die Qualität der Arbeit sind unter Berücksichtigung
der veranschlagten Baukosten und der möglichen touristischen Effekte die
entscheidenden Faktoren für die endgültige
Beauftragung der Werft.
Der Initiator
Für das Projektmarketing, zu dem auch Berichte in Druckmedien, Radio und
Fernsehen sowie eine umfangreiche Internet-Präsenz gehören werden,
ist die BOUNTY Projekt Management GmbH zuständig, die gleichzeitig Initiator
und Koordinator des gesamten Projekts ist. Die BOUNTY Projekt Management GmbH
wurde Ende 2002 von dem Verkehrsingenieur Joachim
Pohnke gegründet, der damit nach einer mehrjährigen Vorbereitungszeit
begonnen hat, die 1998 entstandene Idee, eine BOUNTY nach Tahiti zu bringen,
in die Tat umzusetzen. Der Weg zur Realisierung des Vorhabens hat sich über
die Jahre entwickelt. Hierzu bedurfte es einer Vielzahl von Kontakten und Gesprächen,
Ratschlägen, Beurteilungen und Gutachten. Heute stehen dem Projekt auf
internationaler Ebene eine Vielzahl von Spezialisten beratend zur Seite.
Willkommen im
Bounty Club Deutschland e.V.
Die Chronologie der Ereignisse
23.12.1787 Die "Bounty" verläßt
Spithead / England mit Kurs auf Tahiti. Sie hat den Auftrag, Setzlinge des Brotfruchtbaumes
von Tahiti nach Jamaika zu bringen.
4.-10.1.1788 Proviantaufnahme in Teneriffa
23.3.-21.4.1788 Vergebliche Versuche, Kap Hoorn zu passieren. Deshalb befiehlt
Bligh, Richtung Osten zu segeln
24.5.-28.6.1788 Generalüberholung der "Bounty" in der Falsebucht
bei Kapstadt.
26.10.1788 Ankunft in der Mataiwai-Bucht, Tahiti.
4.4.1789 Die "Bounty" verläßt Tahiti mit Kurs auf Jamaika.
28.4.1789 Meuterei auf der "Bounty".
15.1.1790 Die "Bounty" erreicht Pitcairn Island.
23.1.1790 Die "Bounty" wird auf Pitcairn ausgeschlachtet und anschließend
aus Furcht vor Entdeckung des Verstecks verbrannt.
14.3.1790 Captain Bligh trifft wieder in Portsmouth ein und beantragt Gerichtsverfahren
gegen die Meuterer.
23.3.1791 Die englische Fregatte "Pandora" trift in Tahiti ein. 14
der 16 auf Tahiti gebliebenen Besatzungsmitglieder der "Bounty" werden
festgenommen oder stellen sich freiwillig.
28.8.1791 Die "Pandora" erleidet vor dem Großen Barriere Riff
Schiffbruch. Dabei kommen 31 Seeleute ums Leben, darunter 4 der Gefangenen.
18.9.1791 Beginn des Seegerichtsprozesses gegen die Meuterer in Porthmouth.
29.10.1792 An Bord der "NMS Brunswick" werden die Meuterer Millward,
Burkett und Ellison gehängt. Die anderen werden freigesprochen bzw. begnadigt.
September 1793 Massaker auf Pitcairn. 11 der 15 Männer, darunter auch Fletcher
Christian, werden ermordet.
6.2.1808 Der Walfänger "Topaz" ist das erste Schiff, das in Pitcairn
vor Anker geht
5.3.1829 John Adams, der letzte verbliebene Meuterer stirbt im Alter von 65
Jahren auf Pitcairn
7.3.1831 Evakuierung aller Bewohner von Pitcairn nach Tahiti, weil die Insel
übervölkert ist und nicht genügend Lebensmittel produziert werden
konnten.
September 1831 Nachdem auf Tahiti 14 Pitcairner gestorben sind, kehren die meisten
Evakuierten nach Pitcairn zurück.
1838 Pitcairn wird englische Kolonie.
2.5.1856 Zweite Evakuierung. Alle 187 Bewohner werden nach Norfolk Island bei
Neuseeland gebracht.
2.12.1858 Die meisten Evakuierten kehren nach Pitcairn zurück
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Wir heißen Sie recht herzlich willkommen auf unserer
Homepage - IhreDeutsche Repräsentanz desBounty Club Tahiti
Unsere Website befindet sich noch wie der BOUNTY CLUB TAHITI selber in der Entstehungsphase.
Viel Arbeit liegt noch vor uns, bis wir dann in das Licht der Öffentlichkeit
treten. Dann endlich können wir Ihnen etwas ganz Besonderes und Exklusives
bieten - ein unvergleichliches Abenteuer:
Bringen Sie mit uns die BOUNTY zurück nach TAHITI!
Nach den ersten Medienberichten über unser großes Vorhaben erreichten
uns viele Nachfragen. Daher haben wir uns nun entschlossen, bereits jetzt mit
unserer Internet-Präsenz zu beginnen. Sie können an dieser Stelle
nach und nach mehr Informationen über die Historie der Meuterei auf der
BOUNTY und deren Faszination in Büchern, Filmen und Musik finden, aber
natürlich auch über den BOUNTY CLUB TAHITI selber und die schrittweise
Verwirklichung unseres gemeinsamen Zieles.
Die BOUNTY soll wieder unter Segel - und zwar in der Inselwelt um Tahiti, der "Perle der Südsee". Aber es wird dann auch noch eine ganz besondere Attraktion geben, eine der abenteuerlichsten Reisen, die es überhaupt geben kann: segeln Sie wie vor zweihundert Jahren mit der BOUNTY nach PITCAIRN - der Insel, auf der die Nachfahren der Meuterer heute noch leben! Erleben Sie an Bord der BOUNTY eine wahre Zeitreise!
Wünschen Sie mehr Informationen? Möchten Sie sich bereits unverbindlich und kostenlos eine Mitgliedschaft im BOUNTY CLUB TAHITI reservieren lassen? Dann senden Sie einfach eine e-Mail an: Bountyclub@aol.com
Wir bedanken uns noch einmal recht herzlich für Ihr Interesse an unserem
BOUNTY CLUB TAHITI und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Website
weiterempfehlen würden.
Die Bounty war ein Dreimaster der britischen Admiralität, der 1787 zu einer Expedition in die Südsee aufbrach, um Stecklinge des Brotfruchtbaums aus Tahiti nach den Antillen zu bringen. Auf der Rückreise kam es zur berühmten Meuterei auf der Bounty, die seither immer wieder Gegenstand von Romanen, Filmen, Theaterstücken und Sachbüchern ist.
Inhaltsverzeichnis [AnzeigenVerbergen]
1 Vorgeschichte
2 Das Schiff
3 Die Besatzung
4 Die Hinfahrt
5 Tahiti
6 Meuterei
7 Die Fahrt der Barkasse nach Kupang
8 Die Irrfahrt der Bounty und ihr Ende
9 Verhaftung und Bestrafung der Meuterer
10 Nach dem Prozess
11 Anmerkungen
12 Die Meuterei auf der Bounty in Literatur und Film
13 Weblinks
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Vorgeschichte
Wegen des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs waren die früher regelmäßigen
Getreidelieferungen aus den nordamerikanischen Kolonien Englands in die Karibik
ausgefallen. In der Folge fielen mehreren Hungersnöten zwischen 1780 und
1787 etwa 15.000 Menschen zum Opfer. Insbesondere die Besitzer der großen
Zuckerrohrplantagen auf Jamaica verlangten nach einem ständig verfügbaren
und preiswerten Grundnahrungsmittel für ihre Sklaven.
Joseph Banks, Präsident der Royal Society, der Königlichen Gesellschaft zur Förderung wissenschaftlicher Forschung, empfahl die der Süßkartoffel ähnlich schmeckende vitaminreiche Brotfrucht. Einmal gepflanzt, würden die Bäume fast ohne Pflege auskommen und könnten das ganze Jahr über beerntet werden. Banks hatte sich auf James Cooks erster Weltumsegelung für die in Europa vorher wenig bekannte Frucht begeistert.
Statt die Beschaffung und Überführung der Stecklinge selbst durchzuführen, erwirkten die Großgrundbesitzer mit Banks Unterstützung die Finanzierung des Projekts durch die Krone: Am 5. Mai 1787 beauftragte Georg III. seine Admiralität, die ihren ersten kommerziellen Auftrag, hinter dem weder militärische noch Forschungszwecke standen, mit geringstmöglichen Kosten zu erfüllen versuchte.
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Das Schiff
Herkunft und Name
Aus Zeitgründen, und weil für nicht-militärische Fahrten Stauraum
wichtiger war als Feuerkraft, erwarb die Admiralität den zivilen Kohletransporter
Bethia. Auch James Cook hatte für seine Südseereisen ähnliche
aber deutlich größere Schiffe genutzt.
Bethia hatte eine Rumpflänge von rund 27 m, eine größte Breite von rund 7,5 m und ein Fassungsvermögen von rund 220 tons (Cooks Endeavour: ca. 370 tons). Sie wurde Ende Mai in die Werft der Admiralität in Deptford Yard bei Chatham on Thames verlegt und dort zum segelnden Treibhaus umgebaut. Die Masten wurden gekürzt. Am 8. Juni wurden der Neuerwerb und der neue Name Bounty öffentlich bekanntgegeben.
Der Name bedeutet Wohltat, Güte, gnädige Gabe und sollte die Gnade des Königs zum Ausdruck bringen, den vom Hungertod bedrohten Sklaven seiner Untertanen in Westindien mit Hilfe der Brotfrucht-Expedition ein billiges Nahrungsmittel zu verschaffen.
HMS oder HMAV?
Als Bewaffnung der Bounty waren vier Vierpfünder-Kanonen und
zehn kleine Drehbassen an Bord genug zwar für den Zweck der Reise,
aber die bis heute andauernde Debatte HMS, His Majestys Ship, oder
HMAV, His Majestys Armed Vessel geht auf die geringe Größe,
Bewaffnung und Bemannung zurück: Was man zu dieser Zeit Schiff
nannte, war in sechs Klassen eingeteilt, von Klasse 1, Linienschiff mit mindestens
hundert Kanonen und rund 850 Mann Besatzung, bis Klasse 6, (meist Fregatten)
mit 20 bis 28 Kanonen und gut 150 Mann Besatzung. Niedriger als Schiffe rangierten
Schaluppen (Sloop of War) mit rund 16 Kanonen und einer Besatzung von rund 100
Mann, und die noch kleineren Kriegskutter. Als Kanonen gezählt wurden dabei
aber erst Stücke vom Sechspfünder aufwärts. Weiters:
Der Seitenriss der Bounty ist mit Bounty armed Transport... beschriftet (siehe
privaten Weblink).
Der Leutnant Bligh wurde erst nach seiner Rückkehr zum Post Captain (Hauptmann)
befördert. Einem Captain sollte die Admiralität nämlich mindestens
ein Schiff der Klasse 6 zur Verfügung stellen, allerwenigstens aber mehr
Mannschaft, als an Bord der Bounty unterzubringen gewesen wäre.
Bligh selbst beklagte in Briefen, die er in Batavia, also nach seiner Rettung,
an Banks und Duncan Campbell schrieb, den Verlust von wörtlich His Majestys
Armed Vessel.
Die Bounty trat also ihre Reise wohl als HMAV, bewaffnetes Fahrzeug, an. Erst,
als der spektakuläre Prozess die Nation beschäftigte, war Seiner Majestät
ein Schiff entwendet worden, und seither gibt es eine offizielle Sprachregelung:
HMS Bounty. Die Nachfahren der Meuterer bleiben bis heute bei der Bezeichnung
Armed Vessel.
Die nautische Ausrüstung des Schiffes war relativ gut: Borduhr
war die von Larcum Kendall gebaute K2. Dass dem Kommandanten auch der Bericht
über die 1767 entdeckte Insel Pitcairn vorlag, die bereits Cook (be)suchen
wollte, gilt als sicher.
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Die Besatzung
Das Kommando des Unternehmens erhielt der 33-jährige Leutnant William Bligh,
der bereits als Schiffsführer (Sailing Master) James Cooks auf dessen dritter
Reise gedient und dabei auch Tahiti kennengelernt hatte, daher die Verhältnisse
für die Verhandlungen vor Ort kannte. Ohne das Wohlwollen der einheimischen
Machthaber wäre das Abnehmen und Bewurzeln einer derartigen Anzahl Stecklinge
kaum möglich gewesen. Bestellt wurde Bligh auch auf Betreiben seines Mentors
Joseph Banks und des Onkels seiner Gattin, Duncan Campbell, Großgrundbesitzer
auf Jamaika und Reeder (dem auch die Bethia gehört hatte!). Campbell hatte
dem König die Expedition nahegelegt (nahelegen lassen), Banks hatte die
Petition, die letztlich seinem Vorschlag folgend eingereicht worden war, nach
Kräften unterstützt, und Bligh war beiden verpflichtet. Beide brachten
Protegés auf seinem Schiff unter, weshalb Bligh beispielsweise fünf
statt der nötigen zwei Midshipmen einstellte (siehe Kapitel Anmerkungen).
Der Ranghöchste nach Bligh war John Fryer, Sailing Master. Fryers Bestellung
durch die Admiralität hatte ihn für die Dauer der Reise in den Rang
eines Acting Lieutenant versetzt er übte eine Funktion aus, die
ansonsten ein Leutnant zu bekleiden gehabt hätte. Er befehligte auch die
Erste Wache.
Zu Beginn der Reise waren möglicherweise insgesamt fünf Warrant Officers
auf Grund ihrer Funktion als Offizier eingestuft:
Fryer, der Artilleriemeister (Gunner) und Zweite Wachhabende Peckover, der (Ober)Bootsmann
Cole, der Schiffszimmermann Purcell (??ic, siehe unten??) und der Arzt Huggan.
Offiziersähnlichen Status hatten noch der Waffenmeister (Armourer), der
Bordschreiber (Captains Clerk) und der Kapitänsdiener (Captains
Steward), der Assistent des Arztes und die beiden Gärtner.
Im Unteroffiziersrang (Petty Officers; frz. petit=klein) waren
ca. neun Leute:
Die beiden Masters Mates (Mate=Gehilfe, Maat) Fletcher Christian und William
Elphinstone, zwei Quartermaster und ein Quartermasters Mate, ein Gunners
Mate, der Segelmacher, der Zimmermann Purcell (siehe oben) und dessen Gehilfe.
Fünf Seekadetten (Midshipmen) standen ebenfalls noch mehr (formal) oder weniger (fachlich) über den Matrosen, unter denen der Hannoveraner Küfer Heinrich Hillbrant aufschien. Als Leichtmatrose geführt wurde ein halb blinder irischer Geiger namens Michael Byrn.
Bligh hatte also 45 Mann, aber keine zwei Dutzend echter Matrosen. In Spithead (in Sichtweite von Portsmouth), wo die Bounty am 24. September angekommen war, um letzte Vorkehrungen zu treffen und den endgültigen Befehl zur Reise abzuwarten, hatte es vierzehn Desertionen gegeben, die aber weitgehend wieder aufgestockt werden konnten. Den späteren Meuterer Fletcher Christian kannte Bligh von gemeinsamen Fahrten auf HMS Cambridge 1782, später für Campbell. Bligh hatte Christian auf dessen briefliche Bitte hin eingestellt. Auch mit einigen anderen seiner Crew war er schon unterwegs gewesen, mit dem altgedienten Artilleristen Peckover beispielsweise unter Cook.
Eine vollständige Liste der Besatzung, verfügbare Biografien, soweit
nicht in eigenen Artikeln behandelt, und andere Anmerkungen finden sich unter
Bounty (Biografien der Crew).
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Die Hinfahrt
Die befohlene Route sollte auf dem streckenmäßig kürzesten Weg
über Kap Hoorn nach Tahiti führen. Von dort sollte die Bounty mit
ihrer Ladung Australien berühren, über das Kap der Guten Hoffnung
die Antillen ansteuern, die Pflanzen abliefern und nach England zurückkehren.
Allenfalls unbekannte Küstenabschnitte oder Inseln sollten, soweit der
Zeitplan dies erlaubte, kartografiert werden - ein für jedes Schiff der
Admiralität gültiger allgemeiner Auftrag.
Am 23. Dezember 1787 stach die Bounty endlich in See. Es war der zweite Versuch nach dem im Dezember eingelangten Befehl: Der erste hatte nach wenigen Tagen wegen Schwerwetters abgebrochen werden müssen. In Santa Cruz de Tenerife bunkerte man Wasser und Proviant. Mit der Abreise von dort am 10. oder 11. Januar führte Bligh zum Wohl seiner Crew ein fortschrittliches Drei-Wachen-System ein und bestellte Christian zum Dritten Wachführer.
Am 7. Februar 1788 passierte man den Äquator.
Am 23. März begann Bounty den Angriff auf Kap Hoorn. Trotz minimaler Wahrscheinlichkeit, das Kap mit dem kleinen Schiff um diese Jahreszeit runden zu können, versuchte Bligh den Befehl trotz des schweren gegenan wütenden Sturms auszuführen. In der Mannschaft gab es kleinere Verletzungen und Erkrankungen, über die Verpflegung wurde gemurrt. Man warf Bligh vor, er habe einen Käse aus dem Proviant der Mannschaft für sich selbst abzweigen lassen. Dass Bligh Fryer lautstark tobend vor den Augen der Mannschaft kritisierte, weil dieser nicht rechtzeitig die Segel gekürzt, also das Schiff gefährdet hatte, sollte die Spannungen zwischen den beiden Ranghöchsten an Bord in Zukunft erheblich erhöhen.
Am 22. April beschloss Bligh den Kurswechsel zum Kap der Guten Hoffnung, den ihm die Admiralität als Notlösung zugestanden hatte.
Bounty traf am 24. Mai in der False Bay bei Kapstadt ein, wo sie generalüberholt werden musste. Christian, der kaum Bargeld dabeihatte (ein Zwischenaufenthalt war ja nicht vorgesehen gewesen!), musste von Bligh Geld borgen, um während der Liegezeit standesgemäß an Land auftreten zu können, was Bligh ihm später mehrmals öffentlich vorwerfen sollte. Das Schiff lief Ende Juni wieder aus.
Einen vierzehntägigen Zwischenaufenthalt gab es ab 20. August in der Adventure
Bay (Insel Bruni, südöstlich von Tasmanien). Danach, am 19. September,
entdeckte Bligh die Bounty Islands, eine Gruppe winziger Felsen auf 47°44S,
179°7E (südöstlich Neuseelands). Das Schiff stand jetzt
nahe der Datumsgrenze.
Am 9. Oktober starb der Vollmatrose James Valentine an Blutvergiftung, was Bligh
auf unsaubere Instrumente des Bordarztes zurückführte. Am selben Tag
gab es auch wieder einen Eklat mit Fryer, der sich geweigert hatte, das Logbuch
zu unterschreiben, und es erst tat, als Bligh ihm dies vor versammelter Mannschaft
befahl.
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Tahiti
Bounty erreichte Tahiti am 25. Oktober 1788 und ging in der Matavai-Bucht vor
Anker.
Bligh und seine Mannschaft verbrachten fünf Monate dort, da sich der Brotfruchtbaum zur Ankunftszeit in einer Ruhephase befand, daher keine Stecklinge zu ziehen waren. Die Mannschaft und auch Bligh genossen das Leben mit den freundlichen Eingeborenen, es gab zahlreiche Kontakte zu Tahitianerinnen. Einige Besatzungsmitglieder, etwa Fletcher Christian und Peter Heywood, gingen längerfristige Beziehungen ein. Manche, insbesondere Heywood, ließen sich tätowieren, wie es bei den Einheimischen Brauch war.
Am 9. Dezember 1788 erlag der inzwischen seiner Funktion enthobene Schiffsarzt seiner Trunksucht.
Ende Dezember scheint die Disziplin verfallen zu sein. Am 5. Januar 1789 versuchten drei Männer mit einem Beiboot zu desertieren, wurden jedoch am 22. wieder eingefangen und mit einem Dutzend oder zwei Dutzend Hieben mit der Neunschwänzigen Katze bestraft, das heißt äußerst milde: auch die Todesstrafe (Erhängen) wäre in Frage gekommen.
Am 4. April 1789 verließ die Bounty Tahiti mit Kurs auf die Torres-Straße, die Meerenge zwischen Australien und Neuguinea. 1015 Jungpflanzen hatte sie an Bord, entsprechend eng muss es also ab jetzt zugegangen sein.
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Meuterei
Südwestlich von Tofua, einer Insel der Tonga-Gruppe, kam es am 28. April
zur Meuterei.
Am Vorabend war Christian von Bligh beschuldigt worden, sich an seinem persönlichen
Vorrat an Kokosnüssen vergriffen zu haben. Christian begannt ein Floß
zu bauen um zu desertieren in seinen höchstwahrscheinlichen Tod:
ein einzelner Schiffbrüchiger ohne seetüchtiges Fahrzeug, ohne Proviant,
... Einige redeten ihm zu, lieber Bligh auszusetzen.
Christians vierstündige Wache begann um 04:00, nachdem er keine halbe
Stunde geschlafen haben konnte (er war in seiner Freiwache bis 03:30 an Deck
geblieben).
Ab 04:30 kam es zu Debatten an Deck, gegen 05:20 wurde Bligh festgenommen und
an den Handgelenken gefesselt. Christian, Mills, Churchill, Burkett und Adams
bedrohten ihn mit Waffen.
Hitzige Debatten entstanden, Bligh tobte, Fryer brüllte auf Christian ein,
und das kleine Beiboot wurde zum Wassern vorbereitet. Um 07:00 war das geschehen,
aber das Boot in so elendem Zustand, dass man Bligh die Barkasse zugestand.
Nach einer halben Stunde war diese gewassert, und zu Christians Verwunderung wollten jetzt 20 Mann einsteigen. Gegen acht Uhr war die Barkasse voll besetzt, Bligh aber noch an Bord der Bounty. Im Beiboot waren zwei kleine Fässer Wasser (maximal 125 Liter), etwas Wein, Rum, Brot und Zwieback (insgesamt rund 75 kg), einige Kokosnüsse. Ein wenig Kleidung wurde ins Boot geworfen, der Zimmermann durfte sein Werkzeug mitnehmen, und der Bordschreiber konnte die allerwichtigsten Unterlagen Blighs organisieren. Kurz nach acht Uhr wurde dieser als letzter in Boot genötigt, wo wieder ein Hin und Her begann, als er Christian umzustimmen versuchte, die Bootsmannschaft noch ein wenig Dörrfleisch erbettelte (an die zehn Kilo) und, kurz bevor um 10:00 das seit zwei Stunden nachgeschleppte Boot losgeworfen wurde, vier Entermesser, aber keine Feuerwaffen zugeworfen bekam.
Der harte Kern der Meuterer, neun, waren Edward Ned Young (die
treibende Kraft er hatte Christian angestiftet!) und Christian, weiters
Adams, Brown, Martin, McCoy, Mills, Quintal, Williams. Dazu kamen neun aktive
Mitläufer: Burkett, Churchill, Ellison, Hillbrandt, Millward, Muspratt,
Skinner, Sumner, Thompson.
Rund 22 waren relativ loyal, einige unentschlossen. Manche blieben freiwillig
auf der Bounty, andere waren dazu gezwungen gewesen, da an Bord des Beiboots
kein Platz mehr war. Martin war nach Streit mit Peckover aus dem Beiboot aufs
Schiff zurück genötigt worden. Später entschieden sich sechzehn,
lieber in Tahiti zu bleiben und auf die unvermeidliche Suchexpedition zu warten,
statt Christian zu begleiten.
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Die Fahrt der Barkasse nach Kupang
Bligh und die loyal gebliebenen Seeleute verlassen die HMS BountyZusammen mit
Bligh waren Fryer, Ledward, Hayward, Nelson, Norton, Lamb, Tinkler, Peckover,
Smith, Elphinstone, Hallet, Purcell, Cole, Simpson, Hall, Linkletter, Lebogue
und Samuel im 7 m langen und 2 m breiten Beiboot, das um fast 20 cm tiefer eintauchte
als bis zur vorgesehenen zulässigen Höchstmarke!
Ausgerüstet lediglich mit Kompass, Log, einem Oktanten und seiner Taschenuhr navigierte Bligh das Beiboot der Bounty in 41 Segeltagen über 5.800 km bis zur niederländischen Faktorei Kupang auf Timor, dem einzig in Frage kommenden europäischen Stützpunkt.
Das einzige Todesopfer unterwegs war John Norton, der noch auf Tofua, der unmittelbar nach der Meuterei zwecks Versorgung angelaufenen Insel, von Eingeborenen erschlagen worden war. Wie aus Blighs Bericht (z.B. Forster 1791) heute klar genug hervorgeht, entstand der Kampf, weil Bligh und seine Leute nichts Brauchbares gegen die benötigten Nahrungsmittel einzutauschen hatten, aber auch keine Feuerwaffen, sich die Lebensmittel mit Gewalt zu beschaffen: Die Eingeborenen hatten ihre Ware angeboten, fühlten sich bestohlen, als die Gruppe aufzubrechen begann, und griffen an.
Bligh rationierte sofort drastisch die verbliebenen Lebensmittel, auf 60g Zwieback und 125 ml Wasser, abgemessen in einer improvisierten Waage aus Kokosschalen und einer Musketenkugel als Gewicht.
Am 24. Mai stellte sich beim Überprüfen des Proviants heraus, dass die Rationen nochmals gekürzt werden mussten!
Bis Kupang entdeckte und verzeichnete Bligh etwa 40 kleine Inseln. Zu landen getraute er sich nach den Erfahrungen auf Tofua kaum noch. Erst Ende Mai wagte er sich auf eine Insel, die er Restauration Island taufte (nach restore, sich erholen). Dort war ein wenig Wild und Trinkwasser zu finden.
Am 14. Juni 1789, 48 Tage nach der Meuterei, erreichte die Barkasse Kupang. Die erfolgreiche Fahrt der vollkommen überladenen Barkasse war eine sogar von Blighs Feinden fraglos anerkannte seemännische Meisterleistung. Zeitweise war der Seegang so stark gewesen, dass die Segel im Wellental keinen Wind mehr fassten! Andererseits hatte es Flauten gegeben, in denen die halbverhungerte Mannschaft rudern musste.
Die Männer warteten in Kupang auf die erste Möglichkeit zur Heimreise, litten dabei aber an den kaum überstandenen Strapazen und unter dem Tropenklima. Zwei verstarben.
Bligh nahm die erste Reisemöglichkeit wahr. Er verließ Kupang am 20. August 1789, musste in Batavia noch einmal auf die Weiterreise warten und erreichte, zusammen mit seinem Diener John Samuel und dem Koch John Smith, Portsmouth am 14. März 1790. Mit späteren Schiffen trafen Hayward, Hallet, Lebogue, Morrison, Simpson, Cole, Fryer, Peckover, Tinkler und Purcell ein, insgesamt also 12 Personen; drei von ihnen, darunter Fryer, waren zeitweilig auf Blighs Anordnung in Ketten gelegt gewesen!
Zwei weitere von Blighs Leuten starben in Batavia an Fieber, der Wundarzt Thomas Ledward trat seine letzte Reise an Bord einer holländischen Fregatte an, die iem Sturm unterging: Zwölf der 18 mit Bligh Ausgesetzten überlebten.
Im Oktober 1790 wurde Bligh in dem Kriegsgerichtsprozess, der bei Verlust eines Schiffes stets stattzufinden hatte, freigesprochen.
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Die Irrfahrt der Bounty und ihr Ende
Tubuai Tahiti Tubuai Tahiti...
Die Meuterer fuhren zunächst nach Tubuai, wo sie eine Woche lang ankerten,
beratschlagten und entschieden, sich anzusiedeln. Sie segelten daher zuerst
nach Tahiti zurück, trafen ihre Frauen wieder und rüsteten sich aus,
um auf Tubuai eine Kolonie zu gründen. Den Machthabern logen sie vor, die
Brotfruchtmission erfüllt und danach Captain Cook getroffen zu haben, der
sie beauftragt habe, eine Kolonie zu gründen und seine Freunde in Tahiti
bitten lasse, die Bounty entsprechend zu versorgen.
In Tubuai wurde das Schiff aufgelegt (an den Strand gezogen) und mit dem Bau eines Forts begonnen, doch das Experiment musste nach drei Monaten, während derer Streitigkeiten untereinander ebenso auftraten wie Kämpfe mit den Einheimischen, als gescheitert aufgegeben werden. Die abziehende Gruppe, der sich zwei Tubuaianer angeschlossen hatten, hinterließ 66 Getötete, darunter sechs Frauen. Unter den Weißen hatte es zwei Verletzungen gegeben.
Am 22. September 1789 Bligh war bereits in England traf Christian wiederum in Tahiti ein. Da die Meuterer erwarten mussten, dort aufgespürt zu werden, war Christian entschlossen, ehebaldigst wieder aufzubrechen. Sechzehn seiner Kameraden entschieden sich jedoch zu bleiben. Christian stach mit den acht übrigen, dazu vier Männern aus Tahiti und zwei aus Tubuai und zwölf Frauen aus Tahiti, heimlich wieder in See.
Die kleine Truppe durchsegelte auf der Suche nach einer Bleibe die Cookinseln,
die Tonga- und die Fidschi-Inseln, bevor sie sich nach Osten wandten:
Am 15. Januar 1790 stand Fletcher Christian vor der Insel Pitcairn, die noch
kein Weißer betreten hatte. Vieles spricht dafür, dass er genau diese
Insel gesucht hatte, mitten im Pazifik, fernab jeder Handelsroute. Wie wir heute
wissen, war Pitcairn in den Karten der Royal Navy mit einem Fehler von mindestens
170 Seemeilen eingezeichnet, was leicht zwei Tagesreisen entspricht. Sie bot,
falls sie auch bewohnbar war, das ideale Versteck.
Das Ende der Bounty: vor Pitcairn gestrandet
Man beschloss die Bounty auf Grund zu setzen, um das Anlanden der mitgebrachten
Habseligkeiten, Yamswurzeln, Süßkartoffeln, einiger Schweine, Ziegen
und Hühner, zu erleichtern.
Einer der Meuterer steckte das Wrack am 23. Januar eigenmächtig in Brand,
um jede von See aus sichtbare Spur zu vernichten und die Rückkehr eines
möglichen Verräters in ein Gebiet auszuschließen, in dem man
der Admiralität anheimfallen konnte: Dass jedem von ihnen in einem solchen
Fall der Tod durch Erhängen beschieden gewesen wäre, war klar.
Reste der Bounty liegen in wenigen Metern Tiefe und in unmittelbarer Nähe
der Bounty Bay, des Landungsplatzes von damals bis heute.
Die Geschichte der Meuterer endet auf Pitcairn mit dem Tod von John Adams,
1829.
Nicht ganz 50 Personen, großteils direkte Nachkommen der Meuterer, leben
heute noch dort. Alljährlich am 23. Januar, dem Bounty Day, schleppen sie
ein Schiffsmodell aufs Wasser hinaus und brennen es nieder.
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Verhaftung und Bestrafung der Meuterer
Die Expedition der HMS Pandora
Nach dem Bekanntwerden der Meuterei entschied die Admiralität, die Meuterer
verhaften und vor ein Kriegsgericht stellen zu lassen. Mit der Suche wurde Kapitän
Edward Edwards betraut, der Anfang November mit der Fregatte HMS Pandora und
160 Mann Besatzung aufbrach. Am 23. März 1791, 18 Monate nach der Ankunft
der Meuterer, landete er auf Tahiti. Edwards ließ alle vierzehn noch lebenden
Europäer in Ketten legen und in einen 3,4×5,5 m winzigen Käfig
auf dem Achterdeck sperren, der als Pandoras Box traurige Berühmtheit erlangte.
Zwei Meuterer waren schon tot: 1789 oder 1790 hatte Matthew Thompson Charles
Churchill erschossen und war der Blutrache durch dessen tahitianische Familie
nicht entgangen. Acht Meuterer waren mit Fletcher Christian davongesegelt.
Auf der Rückreise lief die Pandora am 29. August 1791 vor der Küste (Australiens) auf ein Korallenriff und sank. Neben 31 Männern der Crew ertranken die angeketteten Gefangenen Stewart, Hillbrant, Skinner und Sumner. Die 99 Überlebenden legten in Beibooten etwa 1.100 Meilen zurück - wiederum nach Kupang.
Kriegsgericht
Im September 1792 wurden alle Engländer, die Edwards zurückgebracht
hatte, angeklagt. Vier wurden freigesprochen:
...the Court further agreed That the Charges had not been proved against the
said Charles Norman, Joseph Coleman, Thomas McIntosh and Michael Byrn, and did
adjudge them and each of them to be acquitted. (Urteil, Transkription [1] (http://www.law.umkc.edu/faculty/projects/ftrials/Bounty/verdict.html))
Die übrigen sechs wurden zum Tod durch Erhängen verurteilt, Peter
Heywood, William Muspratt und James Morrison jedoch am 22. Oktober vom König
begnadigt. Burkitt, Ellison und Millward wurden am 29. Oktober 1792 an einer
Rah des Kriegsschiffes HMS Brunswick im Hafen von Portsmouth gehängt und
dem Urteil gemäß für zwei Stunden hängen gelassen.
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Nach dem Prozess
Von den Meuterern lebten Ende Oktober 1793 nur noch vier, Young, Adams, McCoy
und Quintal, ab Ende 1799 nur noch John Adams, der am 5. März 1829 starb,
als vorletzter der Mannschaft.
William Bligh erhielt einen zweiten Auftrag zu einer Brotfruchtreise, diesmal auf einem geeigneten Schiff, der HMS Providence, 338 tons (Bounty: ca. 220 tons), und eskortiert von HMS Assistance. Er brachte die Pflanzen am 24. Januar 1793 nach St. Vincent und am 5. Februar nach Jamaika. Er nahm 1801 unter Nelson an der Seeschlacht von Kopenhagen teil, wurde von Nelson wegen seiner Tapferkeit besonders gelobt, 1805 zum Gouverneur von Neusüdwales bestellt. Er erlebte in dieser Zeit noch zwei weitere Meutereien und stand einmal wegen seines Umgangstons mit einem untergebenen Offizier vor Gericht. Danach wurde er rehabilitiert, zum Konteradmiral und 1814 zum Vizeadmiral befördert, erhielt jedoch kein Kommando mehr. Er starb im Dezember 1817.
John Fryer blieb im Flottendienst, wurde Kapitän, obwohl Bligh ihm eine Referenz verweigerte, und starb ein halbes Jahr vor Bligh in England.
Thomas Hayward und John Hallet reisten mit der Strafexpedition der HMS Pandora. Ihre Begeisterung, nach dem Schiffbruch die Torresstraße ein weiteres Mal im offenen Boot befahren zu müssen, soll sich in Grenzen gehalten haben. Beide kamen später auf See um.
Peter Heywood konnte nach der Begnadigung seine Karriere in der Marine weiter verfolgen und brachte es ebenfalls bis zum Kapitän. Aus seinen Aufzeichnungen aus Tahiti entstand das erste Wörterbuch der tahitianischen Sprache. Er starb 1831
Der Zimmermann William Purcell starb als letzter Überlebender der Bounty am 10. März 1834 im Haslar Hospital, Portsmouth. Sein Sterbezimmer soll Ausblick auf Spithead gehabt haben, wo die Bounty 47 Jahre zuvor Segel gesetzt hatte.
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Anmerkungen
Um den übrigen Text zu glätten, sollten Anmerkungen möglichst
hier aufscheinen, oder, gewissen Konsens vorausgesetzt, in der Artikeldiskussion.
Maßangaben
Die Maße der Bounty variieren auch in als zuverlässig zu sehenden
Quellen. Längenangaben schwanken zwischen 84'6" (Seitenriss, Weblink)
bis zu 90'10". Unter tons gibt der selbe Riss 200 (?; schlecht
leserlich) an, was der Berechnung nach Builders Measurement gerecht wird,
Bligh notiert jedoch 215 tons.
Datumsangaben variieren aus zwei Gründen (etwaige Schreibfehler nicht gerechnet).
Bligh notiert, dass zu seiner Zeit der Nautische Tag stets mittags beginnt
(heute: mitternachts), Verschiebungen um 12 Stunden wären also normal.
Bligh überschritt auf dieser Fahrt zweimal die Datumsgrenze, die Meuterer
später vermutlich dreimal. Sämtliche Angaben aus Pitcairn bis zum
Besuch von HMS Briton und HMS Tagus, 1814, sind definitiv um einen Tag falsch.
Dass der Fehler eher Christian als dem peniblen Navigator Bligh unterlaufen
sein wird, ist anzunehmen. Überprüfen zu wollen, welcher Autor später
versucht hat, Datumsangaben rückwirkend zu korrigieren, scheint heute müßig.
Übersetzung von Begriffen des 18. Jahrhunderts
Hier ist mit teilweise groben Ungenauigkeiten zu rechnen, beginnend beim Schiffstyp:
Bounty wird zu ihrer Zeit zwischen Sloop of War und Cutter angesiedelt, war
eindeutig keine Fregatte, am ehesten würde ihr Dreimastbark gerecht. Vollkommen
unpassend wären das heutige Slup oder Kutter, und wenig verständlich
die ältere Übersetzung Schaluppe. Spezialisten, korrigiert!
Wie bereits aus dem Kapitel Mannschaft ersichtlich, sind auch die Bezeichnungen
der Dienstgrade und Funktionen nicht gut übersetzbar. Mehr dazu in Bounty
(Biografien der Crew).
Meinungen zur Eskalation
Bligh war Christian sehr zugetan. Bereits der Mannschaft der HMS Cambridge war
1782 aufgefallen, dass der 6. Leutnant Bligh sich dem Leichtmatrosen Christian
merklich zuwandte. Wieweit homoerotische Momente eine Rolle spielten, wird aus
zeitgenössichen Schriftstücken niemals rekonstruierbar sein (um klarzustellen:
Keinesfalls ist ausgelebte Homosexualität anzunehmen das wäre
in der Enge des Schiffes nicht zu verheimlichen gewesen und vor Gericht herausgekommen).
Das irrationale Verhalten Blighs und Christians während der Meuterei wäre
durch eine solche Annahme ein wenig begreiflicher: Die Meuterer konnten mit
dem Leben letztlich nur davonkommen, wenn die Ausgesetzten spurlos verschwanden.
Stattdessen erhielten sie sogar Werkzeug, mit dem man womöglich sogar ein
größeres Boot bauen hätte können!
Die unglückliche Entwicklung während der Reise, bis zur Meuterei, war unter anderem dadurch möglich, dass Bligh den mittelmäßigen Seemann Fryer häufig überging und den besseren Seemann Fletcher Christian bevorzugte, den er Fryer formal nur nahezu gleichstellen konnte. Das musste Fryers Loyalität schwer beeinträchtigen, mithin Blighs Autorität schwächen. Besonders deutlich wurde dies in der Gruppenbildung während der Fahrt im Beiboot, während der ein Zerbrechen der Gruppe sprich: eine weitere Meuterei in greifbare Nähe kam.
Dazu kam Christians Beliebtheit unter der einfachen Mannschaft, und deren Empörung darüber, wie der Kommandant ihn ab Tahiti behandelte. Zuletzt gab es den nichtigen Anlass und den Antrieb in Gestalt des hintertriebenen Edward Young: Der Druckkessel explodierte.
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Die Meuterei auf der Bounty in Literatur und Film
Zeitgenössische Beschreibungen
Bligh verfasste zwischen 1790 und 1824 etliche unterschiedlich ausführliche
Beschreibungen, die durchwegs reißenden Absatz fanden. Bereits 1791 waren
seine Artikel auch in Deutsch erschienen, übersetzt und herausgegeben von
Georg Forster. Als Unterlagen dienten Bligh...
Sein privates Logbuch. Da das Schiffslogbuch nach der Fahrt abzugeben war,
hatte er zusätzlich private Aufzeichnungen gemacht. Das Original liegt
in der State Library of New South Wales, Sydney.
Das im Beiboot geschriebene Notizbuch, in dem Bligh den Ablauf der Fahrt beschreibt,
seine Vorkehrungen, die Rationierung des Essens und die 40 von ihm entdeckten
Inseln. Es wird in der National Library of Australia, Canberra, verwahrt.
Als amtliche Dokumente liegen vor:
Das Schiffslogbuch, aufgezeichnet vom Kapitänsdiener J. Samuel, liegt
in The National Archives, London (früher Public Records Office).
Die Gerichtsprotokolle.
Die Gegenseite brachte ihre Darstellungen zu Papier:
Edward Christian, Fletchers Bruder, Professor für Recht in Cambridge,
schrieb Short Reply to Captain Bligh und stellt ihn als unerträglich strengen
Offizier dar.
Peter Heywood, zum Tod verurteilt und nicht zuletzt dank seiner einflussreichen
Famile begnadigt, verteidigte sein Verhalten ihn ähnlicher Weise.
James Morrison, ebenfalls begnadigt, desgleichen.
John Fryer, der auf der Fahrt im offenen Boot heftigen Streit mit Bligh gehabt
hatte, veröffentlichte ebenfalls seine für Bligh weniger schmeichelhaften
Erinnerungen.
Spätere Literatur
Die Bounty. Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty von Caroline Alexander,
Berlin 2004, ISBN 3-827-00163-3
Bounty Trilogie: Mutiny on the Bounty, Men Against the Sea und Pitcairn's Island
von Charles Nordhoff und James Norman Hall, ISBN 0316611662
The armed transport Bounty von John McKay, ISBN 0851778933
Meuterei auf der Bounty und die Piratenjagd der Pandora von William Bligh und
Dr. George Hamilton, ISBN 3-522-61000-8
Verfilmungen: Meuterei auf der Bounty
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Weblinks
Die meisten gelisteten Websites sind in englischer Sprache. Mehr Bounty-Links
So könnte es gewesen sein: (http://www.lareau.org/bounty9.jpg) Bounty
in voller Fahrt (Nachbau für Die Bounty, 1962).
Das kleinere Beiboot ist innerhalb des größeren gestaut. Anders als
in den meisten Darstellungen führt Bounty hier den höchstwahrscheinlich
korrekten zeitgenössischen Red Ensign. Die französische Nationalflagge
im Großtopp, die Flagge des Gastlandes, ist allerdings ein Zugeständnis
an heutige Machtverhältnisse in Gewässern Tahits.
Seiten-, Spanten- und Sentenriss der Bounty (http://www.law.umkc.edu/faculty/projects/ftrials/Bounty/bountysketch.jpg)
National Maritme Museum, Greenwich: Linienriss (für Normalsterbliche Grundriss)
der Bounty (http://www.nmm.ac.uk/searchbin/searchs.pl?exhibit=it0292k&axis=1028274646&flash=false&dev=)
Meuterei auf der Bounty
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Auf dieser Seite wird die mediale Umsetzung der Meuterei im Film, in Zukunft
vielleicht auch in der Literatur, behandelt. Zum historischen Ereignis siehe
Bounty, William Bligh, Fletcher Christian, Joseph Banks, Brotfrucht.
Den Drehbüchern der Verfilmungen des geschichtlich gut belegten Ereignissses Meuterei auf der Bounty, lag, mit einer Ausnahme, 1984, der gleichnamige Roman aus der berühmten Bounty-Trilogie von Charles Nordhoff und James Hall zugrunde. Die Darstellung William Blighs als brutaler Kapitän traf zwar den Geschmack des Publikums, ist aber definitiv falsch.
Erst Roger Donaldson und Dino DeLaurentis bemühen sich 1984 um mehr Genauigkeit, einerseits durch Vermittlung der Emotionen an Bord und der Eskalation, andererseits durch erstmaligen Nachbau des Schiffes nach Originalplänen und in Originalgröße (wenngleich, aktuellen Sicherheitsvorschriften und dem Bedarf der Filmcrew genügend, in Stahl).
Fünf Spielfilme über das Ereignis sind belegt. Der Stummfilm von 1916 ist jedoch verschollen.
Mutiny of the Bounty, mit Wilton Power (Christian), George Cross (Bligh), Australien,
1916.
In the Wake of the Bounty, mit Errol Flynn (Christian), Mayne Lynton (Bligh);
Regie Charles Chauvel. Der Flim, aufgenommen in Australien und Tahiti, erschien
1933 in Australien, wurde aber in Amerika nie vertrieben, sondern dort von MGM
aufgekauft um die bereits angelaufene eigene Produktion mit Clark Gable zu schützen.
Mutiny on the Bounty, Clark Gable (Christian), Charles Laughton (Bligh), Franchot
Tone (Geiger), außerdem David Niven und James Cagney in unbenannten Nebenrollen;
Regie Frank Lloyd, MGM, 1935.
Mutiny on the Bounty, Marlon Brando (Christian), Trevor Howard als Bligh; Regie
Lewis Milestone, MGM, 1962.
The Bounty, Mel Gibson (Christian), Anthony Hopkins als Bligh, weiters Laurence
Olivier, Liam Neeson; Regie Roger Donaldson, DeLaurentiis, 1984.
Die drei jüngsten Verfilmungen erschienen in deutschen Versionen: Meuterei
auf der Bounty und Die Bounty.
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Weblinks
Brotfruchtbaum
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Brotfrucht)
Brotfruchtbaum
Brotfruchtbaum mit Frucht
Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Maulbeergewächse (Moraceae)
Gattung: Brotfruchtbäume (Artocarpus)
Art: Brotfruchtbaum (Artocarpus altilis)
Der Brotfruchtbaum (Artocarpus altilis) ist ein 15-20 Meter hoher tropischer,
immergrüner Baum und gehört zur Gattung der Maulbeergewächse
(Moraceae). Er entwickelt eine sehr große Krone mit bis zu 1 Meter langen,
glänzenden, gelappten Blättern. Seine Heimat ist der südpazifische
Raum. Heute ist er in den gesamten Tropen verbreitet. Die ganze Pflanze führt
einen hautreizenden, milchigen Saft, weshalb die Früchte oft durch Abbrechen
mit langen Stangen geerntet werden.
Inhaltsverzeichnis [AnzeigenVerbergen]
1 Blüten und Früchte
2 Verwendung in der Küche
3 Brotbaumfrüchte - die Ursache der Meuterei auf der Bounty
4 Literatur
5 Weblinks
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Blüten und Früchte
Der Brotfruchtbaum trägt getrennt männliche und weibliche Blütenstände
aus denen sich bis zu 3 Ernten im Jahr entwickeln die jeweils bis zu 50 Fruchtstände
liefern. Der Baum bleibt bis zu 70 Jahre ertragreich.
Seine grünen, bis zu 2 Kilogramm schweren Fruchtstände (Brotfrucht) mit weißem Fruchtfleisch dienen vor allem in Asien als Grundnahrungsmittel. Die Fruchtstände enthalten bis zu 22% Stärke und 1-2% Eiweiß.
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Verwendung in der Küche
Als Lebensmittel wird die Brotfurcht vor allem in Polynesien, der Karibik, in
Südindien und Sri Lanka verwendet.
Die Brotfrucht wird noch grün geerntet, wird nach der Reife goldgelb und besitzt dann einen strengen, süßen Geschmack. Gekochte unreife Früchte werden als Gemüse oder Mus verzehrt. Bei Vollreife ist die Frucht auch roh essbar. Die Frucht enthält 16 bis 24 kastaniengroße Nußfrüchte, deren stärkehaltiger Samen nach dem Rösten zu Mehl gemahlen wird. Aus diesem Mehl lassen sich Brote backen.
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Brotbaumfrüchte - die Ursache der Meuterei auf der Bounty
Die berühmte Meuterei auf der Bounty war durch Brotfruchtbäume bedingt:
William Bligh bekam 1787 den Auftrag, Stecklinge des Brotfruchtbaums von Tahiti
zu den Westindischen Inseln zu bringen. Sie sollten den Sklaven auf den dortigen
Zuckerrohrplantagen zur Nahrung dienen.
Nach der ersten Expedition, die wegen der Meuterei scheiterte, erhielt Bligh
ein zweites Kommando mit dem selben Auftrag.
Diesmal konnte er zwar seinen Auftag erfüllen, von den Sklaven in der Karibik
wurde die Brotfrucht aber nicht als Ersatz für Getreide akzeptiert.
Siehe auch: Joseph Banks
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Literatur
Nadja Biedinger; Die Welt der Tropenpflanzen, Köln 2000
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Weblinks
The Breadfruit Institute at the National Tropical Botanical Garden, Hawaii (englisch)
(http://www.breadfruit.org/)
Weitere Bilder (http://membres.lycos.fr/hmsbounty/francais/prot_arbre.htm)
Er unternahm drei Seefahrten in den Pazifischen Ozean; dabei gelang es ihm, zahlreiche Küstenlinien zu bestimmen.
James Cook begann seine Laufbahn als Seemann mit 18 Jahren auf einem Kohlenschiff auf Reisen zwischen der englischen Hafenstadt Whitby und der Nord- und Ostsee. Dank seiner Seemännischen Fähigkeiten machte er schnell Karierre in der Handelsmarine, wechselte aber 1755 aus unbekannten Gründen zur Royal Navy, wo er als Matrose auf der HMS Eagle anheuerte. Auch bei der Navy stieg Cook schnell auf und segelte bald als Master (Navigator, Segel- oder Schiffsmeister) in den Gewässern vor Neufundland und Kanadas. Hier zeigte sich sein überragendes Talent als Kartograph bei der Erkundung und Vermessung der Ostküste Kanadas, ab 1763 als Kommandant des Schoners Grenville. Die Qualität seiner Karten belegt die Tatsache, daß viele von ihnen noch bis ins 20. Jahrhundert als Grundlage für moderne Seekarten gedient haben. Sein guter Ruf als hervorragender Schiffsführer und Kartograph mag auch der Grund für seine Berufung als Leiter der berühmten Reise in den Pazifik gewesen sein, denn Cook war 1768 nur Lieutenant und nach Meinung mancher hochrangiger Navyoffiziere für den Posten nicht ausreichend qualifiziert.
Auf seiner ersten Pazifikreise kommandierte Cook die HMS Endeavour. Nach diesem Schiff wurden das Kommandomodul von Apollo 15 sowie eines der Spaceshuttle benannt. Diese Reise (1768-71) begann am 26. August 1768 in Plymouth und führte in den Südpazifik nach Tahiti, um von dort aus den Durchgang der Venus vor der Sonnenscheibe zu beobachten (Venustransit). Begleitet wurde Cook von einer Reihe berühmter Wissenschaftler wie dem Mitglied der Royal Society und Botaniker Sir Joseph Banks und dem Astronomen Charles Green. Nach dem Verlassen der Gesellschaftsinseln am 14. Juli 1769 segelte Cook nach Süden und nach einem Geheimbefehl der Admiralität entlang des 40. Breitengrades nach Westen. Auf diesem Kurs sollte er die Existenz des angeblich existierenden Südlandes, der Terra Australis incognita überprüfen. Im weiteren Verlauf der Reise kartografierte er Neuseeland und entdeckte dabei die Cookstraße (Cook Strait), welche die beiden Hauptinseln trennt. Dadurch wurde die Existenz von Neuseeland als Doppelinsel zum erstenmal nachgewiesen. Nachdem er als erster Europäer in der Botany Bay die Ostküste Australien betreten hatte, segelte er weiter nach Norden wobei die weitere Ostküste Australiens von ihm vermessen wurde. Danach fand er einen Weg durch das Großes Barriere-Riff in die Torres-Straße und bewies damit die Trennung von Australien und Neuguinea. Mit seinem im Großen Barriere-Riff schwer beschädigten Schiff segelte Cook nach Batavia im damaligen Niederländisch-Indien. Dort wurden mehrere Mitglieder seiner Mannschaft Opfer einer Seuche bevor Cook am 13. Juli 1771 nach England zurückkehrte.
Mit der zweiten Reise (1772-75) verwies er die angebliche "Terra Australis" in das Reich der Mythen. Sie begann am 13. Juli 1772 in Plymouth. Diesmal gingen zwei Schiffe auf die Reise, die Resolution, Cooks Flaggschiff, und die Adventure, geführt von Tobias Furneaux. Begleitet wurde Cook von dem deutschen Botaniker Johann Reinhold Forster und seinem Sohn Georg Forster, der später in seinem Reiseberichte "A voyage round the world" die Ereignisse auf anschauliche und lebendige Weise schilderte. Der Hauptzweck der Reise war die endgültige Feststellung der Existenz des angeblichen südlichen Kontinents. Cook segelte über Kapstadt nach Süden. Am 50. Breitengrad trafen sie zum erstenmal auf Packeis und Eisberge. Auf dem weiteren südlichen Kurs überquerten sie am 17. Januar 1773 als erste den Südlichen Polarkreis und erreichten eine Breite von 71°10' Süd. Im März wurde Neuseeland erreicht. Weiter ging die Reise über Tahiti und die Freundschaftsinseln zurück nach Neuseeland. Dort ging in einem Sturm der Kontakt zur Adventure verloren. Zum zweitenmal ging die Reise nach Süden und es wurde der 68. Breitengrad erreicht ohne einen neuen Kontinent zu finden. Daraufhin segelte Cook nach Norden, kartografierte die Osterinseln und segelte über Tahiti und nochmals Neuseeland zum Kap Hoorn und kehrte in den Atlantik zurück. Auf der Heimreise wurden Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln für England in Besitz genommen. Über Kapstadt kehrte die Resolution am 30. Juli 1775 nach England zurück. Im Verlauf dieser Reise wurde die Erde erstmals in Richtung von Osten nach Westen umsegelt. Viele Ethnographica aus der Südsee gelangten damals nach Europa und wurde auf viele Museen verteilt; einen Großteil dieser verstreuten Schätze bildet die Cook/Forster-Sammlung des Völkerkundlichen Museums Göttingen.
Cooks EndeDie dritte Reise (1776-79/80, mit dem Schiff HMS Resolution) führte
zur Entdeckung einiger Inseln (Hawaii), die er Sandwich Islands nannte. Cook
erforschte die Westküste Nordamerikas auf der Suche nach der Nordwestpassage,
wobei er bis in die Beringstraße vorstieß. Zurückgekehrt nach
Hawaii wurde er dort in einem Kampf mit der einheimischen Bevölkerung erschlagen.
Auch auf dieser Reise gehörten mehrere Deutsche zu Cooks Besatzung. Einer
von ihnen, Heinrich Zimmermann, veröffentlichte nach seiner Rückkehr
seine Erinnerungen unter dem Titel "Heinrich Zimmermanns von Wissloch in
der Pfalz, Reise um die Welt, mit Capitain Cook".
Von seinen Leistungen als Entdecker abgesehen, liegt die Bedeutung Cooks auch in der erfolgreichen Vorbeugung von Seefahrerkrankheiten wie Skorbut oder Beriberi. Anhand astronomischer Beobachtungen und Berechnungen revolutionierte er die Navigationsmethoden seiner Zeit.
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Literatur
Tony Horwitz: Cook - Die Entdeckung eines Entdeckers. Marebuchverlag, Hamburg
2004, ISBN 3-936384-89-4
Peter Aughton: Dem Wind ausgeliefert - James Cook und die abenteuerliche Suche
nach Australien. Diana Verlag, München, Zürich 2001, ISBN 3-8284-5037-7
Christian Graf von Krockow: Der große Traum von Bildung - Auf den Spuren
der großen Entdeckungsreisenden James Cook und Georg Forster. List Verlag,
München 2003, ISBN 3-471-79467-0
Otto Emersleben: James Cook. Rowohlt Tb. Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg 1998,
ISBN 3-4995-0569-X
Georg Forster: Reise um die Welt mit Kapitän Cook. Lamuv Verlag GmbH, Göttingen
2002, ISBN 3-8897-7619-1
Georg Forster&Georg Christoph Lichtenberg: Cook der Entdecker - Schriften
über James Cook. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1981
Drehbassen wurden auf Kriegs- und Handelsschiffen mitgeführt und primär gegen die Besatzung feindlicher Schiffe eingesetzt. Sie wurden häufig nicht mit den für schwerere Kanonen verwendeten Vollkugeln, sondern mit (auch als Hagel bezeichneten) grobem Schrot (z. B. in Lehmkugeln eingeschlossene große Nägel) geladen.
Drehbassen wurden zunächst mit aus Einzelteilen geschmiedeten Stahlläufen als Hinterlader mit austauschbaren Kammern hergestellt. Später wurden sie in einem Stück aus Bronze gegossen, was Dauerhaftigkeit und Sicherheit der Waffen verbesserte, und als Vorderlader ausgeführt.
Hinterlader-Drehbassen wurden z. B. auf einem von Archäologen aus der Elbe geborgenen hamburgischen Waffenschmugglerschiff mitgeführt. Mit Vorderlader-Drehbassen war z. B. die Bounty ausgerüstet.
Larcum KendallDas erste von Kendall im Rahmen dieses Auftrags 1769 fertiggestellte Modell
(time piece oder time keeper) war eine exakte Kopie des Harrison Modells 4 (H4),
kostete 500 £ und wird heute als K1 bezeichnet.
James Cook testete die Uhr auf seiner zweiten Südseereise und war nach
anfänglicher Skepsis voll des Lobes: Kendalls Taschenuhr überstieg
alle Erwartungen, berichtete er 1775 der Admiralität. Drei andere
Uhren, Konstruktionen John Arnolds, hatten den Belastungen der selben Reise
nicht standgehalten.
Taschenuhr ist nach heutigem Maßstab irreführend: Die
Uhr hatte 13 cm Durchmesser und wog 1,45 kg. K1 begleitete mehr als dreißig
Jahre lang englische Schiffe nach Australien.
Kendall sicherte zu, durch Vereinfachungen eine ähnliche Uhr um 200 £ bauen zu können, erhielt den Auftrag und präsentierte 1771 die K2. Zunächst erhielt sie 1773 John Phipps für seine Expedition zur Suche einer Northwest-Passage, dann war sie in Nordamerika eingesetzt. Sie arbeitete weitaus weniger genau als das Original. William Bligh notierte 1787 im Logbuch der Bounty einen Gang, eine tägliche Ungenauigkeit, der unregelmäßig zwischen 1,1 und drei Sekunden geschwankt habe.
Ruhm erlangte die Uhr wegen der Meuterei. Sie verblieb an Bord und kam erst nach einer Odyssee nach England zurück: In Pitcairn erwarb ein amerikanischer Walfänger-Kapitän sie für eine Bagatelle, doch brachte er sie nur bis zur spanischen Insel Juan Fernandez, deren Gouverneur ihn grundlos inhaftierte und die Uhr behielt. Aus dem Nachlass eines chilenischen Maultiertreibers erwarb sie zuletzt für 52 £ und 10 Shilling ein britischer Kapitän, der sie 1843 der Krone zum Geschenk machte.
Auch Kendalls dritter und letzter Versuch einer Eigenkonstruktion, K3, 1774 um 100 £ fertiggestellt, hatte nicht die geforderte Genauigkeit, wie Cook feststellen musste, der sie zusätzlich zu K1 auf seiner letzten Reise mitführte. Dennoch wurde sie noch auf Matthew Flinders Reise nach Australien, 1801, eingesetzt.
Kendall war, wie K1 bezeugt, ein erstklassiger Handwerker, aber kein guter Konstrukteur. Solche waren John Arnold, dessen Konstruktion so genau war, dass er 1780 das Wort Chronometer für sie prägte. An Robustheit fehlte es Arnolds Instrumenten jedoch.
Erst Thomas Earnshaws Modelle setzten sich wenig später weltweit durch. Arnold und Earnshaw waren in der Konstruktion eigene Wege gegangen, und beide erreichten im Gegensatz zu Kendall die geforderte Genauigkeit. Erst der Preis von rund 80£, zu dem Earnshaws Geräte gefertigt werden konnten, wenngleich immer noch zu teuer für die normalen Handelsschifffahrt, ermöglichte ihre Verbreitung.
Nach K3 baute Kendall Chronometer nach dem Vorbild Arnolds.
Aufbewahrt werden K1, K2 und K3 in The Old Royal Observatory, einem Teil des National Maritime Museum, Greenwich.
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Weblinks
Bligh war Seeoffizier, James Cooks Schiffsführer der HMS Resolution, kämpfte 1801 in der Schlacht von Kopenhagen neben Nelson, wurde später Gouverneur von Neusüdwales (heute Australien) und starb als Vizeadmiral.
Berühmt wurde er durch die Meuterei auf dem unter seinem Befehl stehenden Schiff Bounty und die anschließende rund 3.600 Seemeilen lange Fahrt im offenen Beiboot vom Osten Polynesiens zur Insel Timor (bei Java).
William BlighInhaltsverzeichnis [AnzeigenVerbergen]
1 Biographie
1.1 Herkunft
1.2 Karriere als Seeoffizier
2 Nachleben
3 Werke
4 Literatur
5 Weblinks
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Biographie
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Herkunft
William Bligh ist am 9. September 1754 in der südwestenglischen Hafenstadt
Plymouth als getauft eingetragen und wohl am selben Tag oder kurz zuvor dort
oder in der Nähe geboren worden. In einigen Quellen [1] (http://www.sttudy.org.uk/Bligh/bligh.htm)
wird das Landgut seiner Eltern Tinton Manor im Dorf St. Tudy in Cornwall als
Geburtsort genannt. Sein Vater Francis Bligh war Zollbeamter.
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Karriere als Seeoffizier
Erstmals scheint Bligh am 1. Juli 1762 als Kapitänsdiener in einer Musterrolle
der HMS Monmouth auf der damals übliche Weg, zukünftigen Offiziersanwärtern
möglichst früh die zur Aufnahme in die Marine erforderliche Dienstzeit
zu verschaffen. Mit 15 Jahren wurde er auf HMS Hunter als Vollmatrose geführt,
ein ebenfalls üblicher Vorgang, um Seekadetten unterzubringen, die keinen
der begehrten zwei Dienstposten pro Schiff erhalten hatten. Mit nicht einmal
22 war er Sailing Master, Schiffsführer, von James Cooks HMS Resolution
(Cooks dritte Südseereise, 1776-79). Noch vor der Abreise hatte er erfolgreich
die Leutnantsprüfung absolviert. Seine unterwegs angefertigten Aufzeichnungen
wurden in Seekarten verwertet, die teilweise noch im 20. Jahrhundert genutzt
wurden. 1779 war er Augenzeuge von Cooks Ermordung auf Hawaii und führte
anschließend die Resolution nach England zurück.
Nach seiner Heimkehr, 1781, heiratete er Elizabeth Betham, wurde zum Leutnant befördert, nahm in den zwei folgenden Jahren am Krieg gegen Frankreich, Holland und die nach Unabhängigkeit von England strebenden 13 amerikanischen Kolonien teil. Nach Kriegsende war er auf Halbsold gesetzt und befehligte vier Jahre lang Schiffe im Westindienhandel für Sir Douglas und Sir John Campbell, zweimal zusammen mit Fletcher Christian, den späteren Dritten Wachführer der Bounty, den er bereits von einer Fahrt auf HMS Cambridge, 1782, kannte und mit dem ihn anfangs eine enge Freundschaft verband.
Die erste Brotfrucht-Expedition
Auf Betreiben seines Förderers, des Naturforschers Sir Joseph Banks, und
seines Verwandten Sir Douglas Campbell, des früheren Eigners der Bounty
(ex Bethia), bekam Bligh 1787 das Kommando über die Bounty, um im Auftrag
Seiner Majestät Ableger des Brotfruchtbaums von Tahiti zu den Westindischen
Inseln zu bringen, um die Sklaven auf den dortigen Zuckerrohr-Plantagen mit
einem preiswerten und jederzeit verfügbaren Nahrungsmittel zu versorgen.
Als die Bounty nach fünfmonatigem Aufenthalt auf Tahiti mit den Pflanzen in die Antillen segeln sollte, kam es 24 Tage nach der Abreise zu einer Meuterei, angeführt von Fletcher Christian, und ausgelöst durch eine Nichtigkeit. Dass der streng geregelte Dienst nach dem Aufenthalt im lockeren Tahiti, die Enge an Bord und Blighs mangelndes Taktgefühl im Umgang mit Untergebenen zum Eklat beigetragen haben, steht fest.
Bligh und seinen Begleiter verlassen die HMS BountyBligh wurde mit 18 loyalen
Seeleuten in einem offenen, nur sieben Meter langen Beiboot ausgesetzt. Die
Ausgebooteten nahmen zunächst Kurs auf die am selben Tages erreichbare
Insel Tofua, um sich zu verproviantieren, gerieten aber dort in Kämpfe
mit Eingeborenen, als sie nach vier Tagen wieder abfahren wollten. Dabei wurde
ein Mann getötet.
Bligh schaffte es, das völlig überladene Boot unter unsäglichen Strapazen durch die Torresstraße zwischen Australien und Neuguinea bis zur holländischen Faktorei Kupang auf der Insel Timor zu navigieren, den einzigen erreichbaren Ort, an dem er und seine Männer Hilfe für die Heimkehr nach England erwarten konnten. Unterwegs entdeckte Bligh mehrere Dutzend Inseln und Inselchen der Fidschigruppe und der nördlichen Neuen Hebriden und verlor keinen einzigen Mann.
Bei seiner Ankunft in England am 14. März 1790 wurde er als Held gefeiert. Er veröffentlichte Berichte über seine Erlebnisse, die 1791 und 1793 in der Übersetzung von Georg Forster auch auf Deutsch erschienen. William Blighs detaillierte Schilderungen bilden bis heute eine der Grundlagen für die zahlreichen Bearbeitungen des Bounty-Stoffes. Bezüglich des Verlustes seines Schiffes hatte er sich selbstverständlich vor Gericht zu verantworten, wurde im Oktober 1790 freigesprochen und am 15. Dezember zum Captain (Hauptmann) befördert.
Zweite Brotfrucht-Expedition
Bligh wurde zum Kapitän befördert und bald mit der nächsten Brotfrucht-Expedition
beauftragt. Diesmal wurde seinen Vorschlägen betreffend Schiffsgröße,
mitzusendender Seesoldaten und Reiseroute über das Kap der Guten Hoffnung
von der Admiralität Rechnung getragen, die Expedition (1791-1793) verlief
erfolgreich. Bligh kartografierte bei dieser Gelegenheit die Torresstraße
genauer. Dass die Sklaven in Westindien die neue Nahrung nicht akzeptierten,
ist eine Ironie der Geschichte.
Spätere Karriere: Gouverneur, Konteradmiral, Vizeadmiral
Der Massenmeuterei Mutiny at the Nore, 1797, welche den gesamten in der Themsemündung
liegenden Teil der Great Fleet betraf, entkam auch die unter Blighs Kommando
stehende HMS Director nicht (nur ein einziges von 29 Schiffen war nicht betroffen!).
Während der Napoleonischen Kriege nahm er beispielsweise 1801 an der Schlacht von Kopenhagen teil. Capitain Bligh auf HMS Glatton hatte seinen Platz unmittelbar hinter Horatio Nelsons HMS Elephant, eine besondere Ehre.
1805 wurde er Gouverneur von Neusüdwales im heutigen Australien, wo er 1806 eintraf und 1808 ein drittes Mal in eine Meuterei verwickelt wurde, die Rum Rebellion: Blighs Versuch, die Korruption zu beenden, in die eine örtliche Rum-Lobby verstrickt war, führte zum Eingreifen von Truppen, die ihn absetzten und auf der HMS Porpoise unter Hausarrest stellten.
Bligh wurde zwar letztlich vom König seines Amtes enthoben, die ihn arrestiert hatten wurden jedoch als Gefangene nach England gebracht und vor Gericht gestellt. Er selbst kehrte 1810 nach England zurück, wurde rehabilitiert,
1811 zum Konteradmiral und 1814 zum Vizeadmiral ernannt.
Nach dem Tod seiner Gattin, 1812, zog er mit seinen vier noch ledigen Töchtern
nach Farningham (Kent), wo er am 7. Dezember 1817 starb, vermutlich an Krebs.
Begraben ist er neben seiner Gattin auf dem Friedhof der Gemeindekirche von
Lambeth, jetzt London.
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Nachleben
Blighs Ruhm wurde zu seinen Lebzeiten geschmälert durch verfälschende
Darstellungen der Meuterei und des Charakters des Kommandanten der Bounty. Vor
allem die einflussreichen Familien der Meuterer Fletcher Christian und Peter
Heywood hatten ein Interesse daran, ihre Familienehre rein zu halten. Bligh
wurde als überstrenger, knausriger und zur Menschenführung ungeeigneter
Offizier dargestellt, der durch seine Willkür die Meuterei herausgefordert
habe.
Diese Argumente fielen aus zwei Gründen auf fruchtbaren Boden:
Die Meuterei wurde in England im Jahr der Französischen Revolution bekannt,
die auch in England viele Anhänger hatte. Die Meuterei ließ sich
als Aufstand Unterdrückter gegen die Willkür eines Einzelnen interpretieren.
Das Zeitalter der Romantik warf seine Schatten voraus: Beschreibungen fremder
Gegenden und schrecklicher Ereignisse fanden mehr Anklang als je zuvor.
Das Bild des Despoten Bligh wurde im 20. Jahrhundert durch drei Filme zum Thema
wiedererweckt. Erst der letzte, Die Bounty mit Mel Gibson, 1962,
bemüht sich um Tatsachen.
In Wahrheit war William Bligh nicht nur ein umsichtiger, sondern auch fortschrittlicher und überaus fürsorglicher Kommandant mit starker Abneigung gegen die damals üblichen drakonischen Bestrafungen. Bligh setzte wie James Cook seinen Ehrgeiz darein, möglichst alle seiner Männer gesund nach England zurück zu bringen und war stets um ausreichend frische Nahrung besorgt, um Skorbut an Bord seiner Schiffe zu verhindern.
Im Gegensatz zu seinem Vorbild Cook fehlte ihm jedoch das Charisma des stets
bewunderten und fraglos anerkannten Führers:
Bligh war von kleiner Statur und eher feminin. Er neigte zu aufbrausendem Verhalten
und unbeherrschter Ausdrucksweise, war wenig berechenbar und wurde von seinen
Offizieren und Mannschaften eher gemieden. 1805 etwa wurde er vom Kriegsgericht
wegen unangemessenen Benehmens gegenüber seinem untergebenen Leutnant John
Frazier gerügt, behielt jedoch sein Kommando.
Im gesellschaftlichen Umgang mit seinen großteils adeligen Offizieren
hatte er mit Sicherheit den Nachteil des Bürgerlichen.
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Werke
Narrative of the mutiny on board H.M. ship Bounty. London (1790)
A Voyage to the South Sea
undertaken by command of His Majesty, for the purpose of conveying the breadfruit
tree to the West Indies, in His Majesty's Ship the Bounty, commanded by Lieutenant
William Bligh. Including an account of the mutiny on board the said ship, and
the subsequent voyage of part of the crew, in the ship's boat, from Tofoa, one
of the Friendly Islands, to Timor, a Dutch settlement in the East Indies. Published
by permission of the Lords commissioners of the Admirality. London, (1792)
Logbuch der Bounty: Von William Bligh, Captain der Großbritanischen Flotte,
im Jahre 1793 aus dem Englischen übertragen und mit Anmerkungen begleitet
von Georg Forster, Verlag Die Brigantine, Hamburg, 1963 (deutsche Version von
A Voyage to the South Sea)
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Literatur
Hermann Homann (Hg.), Meuterei auf der Bounty. Berichtet von William Bligh /
Piratenjagd aud der Fregatte "Pandora". Aufzeichnungen des Dr. George
Hamilton 1787-1792, Stuttgart 1983
Caroline Alexander, Die Bounty. Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty,
Berlin 2004
Siehe auch Bounty (Schiff und Meuterei)#Die Meuterei auf der Bounty in Literatur
und Film
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Weblinks
Ian Campbell: Restriction, Confusion & Neglect in the Bounty Mutiny (engl.)
(http://www.lareau.org/cont.html)
Ian Campbell: Mr. Blighs bad health (http://www.lareau.org/mbbh.html)
Siehe auch Bounty (Schiff und Meuterei)#Weblinks
Joseph Banks stammt aus vermögenden Verhältnissen. Dass der Zwanzigjährige für die Expedition aus eigenen Mitteln etwa den selben Betrag beisteuerte, den die Krone für die Cook-Expedition zur Verfügung stellte, sollte nicht unerwähnt bleiben.
Banks begann sein Botanik-Studium in Eton und setzte es in Oxford fort.
Von seiner Reise mit Cook brachte er als erster den Eukalyptus, die Akazie und
die Mimose nach Europa.
1772 unternahm er eine Expedition nach Island.
Ab 1773 war Banks der inoffizielle Direktor der Königlichen Gärten
in Kew, die unter seinem Einfluss einen Aufschwung erfuhren. Nach seiner Wahl
zum Präsident der Royal Society wurde er 1781 durch Verleihung des Titels
Baronet in den Adelsstand erhoben.
Seine Forschungsreisen führten ihn unter anderem nach Tahiti, Neuseeland, Australien (Botany Bay, Port Jackson, heute vereint in der Großmetropole Sydney) und Brasilien.
Als Präsident der Royal Society war er in Kontakt mit führenden Forschern seiner Zeit. Er initiierte die Brotfruch-Expedition, die durch ihr Scheitern Berühmtheit erlangte: William Bligh und die Meuterei auf der Bounty.
Mit dem deutschen Forscher und Schriftsteller Georg Forster, der Cook auf seiner zweiten Pazifikreise begleitet hatte, führte er jahrelangen Briefwechsel.
Der Schriftverkehr aus Banks' Nachlass wird großteils in Australien verwahrt.
Der englische Schriftsteller Patrick O'Brian verfasste eine Biografie über
Joseph Banks
Er ging mit 18 zur See und und lernte auf der HMS Cambridge William Bligh kennen, der dort als sechster Leutnant diente. Mit Bligh unternahm Fletcher später zwei weitere Reisen auf der HMS Britannia.
Auf der Bounty war Fletcher Christian mit 24 Jahren Masters Mate, etwa mit Oberbootsmann oder notfalls ersatzweiser 2. Offizier übersetzbar - siehe dazu dzt. Bounty.
Dass Bligh Christian beschuldigte, sich an seinem perönlichen Vorrat an Kokosnüssen vergriffen zu haben, scheint den letzten Anstoß zur berühmten Meuterei gegeben haben. Christian barauf baute daraufhin ein Floß, um zu desertieren, wobei er seinen höchtwahrscheinlichen Tod erwarten hätte müssen:
Entweder wegen des nicht seetüchtigen Fahrzeuges, oder mangels Proviant, oder an Land von Eingeborenen erschlagen, die einen britischen Flüchtling kaum aufgenommen hätten.
Crewmitglieder, die ihn beobachtet haten, überredeten ihn zur berühmten Meuterei 1789 auf der Bounty und siedelte sich mit seiner Frau Maimiti, der Tochter eines Stammeshäuptlings aus Tahiti, auf Pitcairn an. Dort wurde er 1793 ermordet.
Fletcher Christian ist einer der Stammväter der Pitcairner.
Siehe auch: Bounty, William Bligh
Tahiti[Bearbeiten]
Geographie
Die Insel besteht eigentlich aus zwei Inseln, die durch einen schmalen Isthmus
miteinander verbunden sind und bedeckt 1.043 km². Rund um die Insel liegt
ein Korallenriff, das stellenweise unterbrochen ist. Etwa 70 % der Bevölkerung
von Französisch-Polynesien lebt auf Tahiti. Massive Regenwälder bedecken
die Insel. Die Regenzeit dauert von November bis April.
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Bevölkerung
Bevölkert wurde die Insel durch polynesische Einwanderer in der Zeit von
300 bis 800, obwohl einige Stellen älteren Datums gefunden wurden. Der
fruchtbare Boden und der fischreiche Ozean boten reichlich Nahrung für
die Einwanderer. Die entspannte Atmosphäre und die Zufriedenheit der ansässigen
Kulturen beeindruckte die europäischen Besucher ungemein. Die berühmteste
Geschichte darüber ist wohl die Meuterei auf der Bounty.
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Geschichte
Die ersten europäischen Besucher waren Spanier 1606 unter dem Portugiesen
Pedro Fernandez de Quiros, aber da die Insel über keine Bodenschätze
verfügte, war sie für die Eindringlinge nicht interessant. Die Insel
wurde Sagittaria genannt. Die Besatzungen der Schiffe wurden von nackten Mädchen
empfangen, schließlich hielt man sie für Götter. Die Mannschaften
der nachfolgenden Schiffe unter Wallis (1767) und James Cook (1774) hinterließen
nicht nur blonde Kinder, sondern auch Krankheiten, wie Syphilis und Grippe.
Die Anzahl der Einwohner wurde damals auf etwa 200.000 geschätzt. 1768
wurde Tahiti zur französischen Kolonie und wenig später erreichten
die ersten Missionare die Insel. Die nachfolgende Christianisierung ließ
die ursprüngliche Kultur der polynesischen Einwanderer vollkommen verschwinden.
Tahiti um 18881842 wurde Tahiti zum französischen Protektorat erklärt
und König Pomare V. anerkannte die Oberhoheit Frankreichs im Jahre 1880.
Während des Zweiten Weltkrieges diente die Insel den USA als Vorposten
im Südseeraum.
Heute genießt Tahiti den höchsten Lebensstandard von allen Südseestaaten. Der Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Frankreich lässt sich die kleine Überseebesitzung jährlich etwa 1 Milliarde Euro kosten, aber die Insel zahlt mit 200 bis 300 %igen Importzöllen auf alle Waren diesen geschenkten Betrag schwer zurück.
Der Maler Paul Gauguin (1848 bis 1903) lebte und wirkte auf Tahiti.
Die Bevölkerung setzt sich aus 83 % Polynesier, 11 % Europäer, 4
% Asiaten und 3 % an Mischrassen zusammen
In Deutschland bestand bis 1945 eine eigene Militärgerichtsbarkeit, an der Spitze das Reichskriegsgericht. Die Bundeswehr hat keine eigenen Wehrgerichte, ihre Angehörigen unterliegen der zivilen Justiz. Für die Entscheidungen nach der Wehrdisziplinarordnung und der Wehrbeschwerdeordnung sind aber besonders eingerichtete Truppendienstgerichte zuständig. Das Grundgesetz ließe eigene Wehrgerichte für den Verteidigungsfall, für Auslandseinsätze sowie für Schiffe auf Hoher See zu, bislang wurden diese jedoch nicht eingerichtet.
Bis 1945 hieß die unterste Instanz eines Militärgerichts in Deutschland Kriegsgericht.
PitcairnPitcairn wurde am 2. Juli 1767 vom Seekadetten Robert Pitcairn entdeckt und ist seit 1838 britische Kronkolonie. Die Pitcairninseln sind die letzte verbliebene Kronkolonie im Pazifik.
Bekannt ist die Hauptinsel wegen ihrer Einwohner, großteils Nachfahren der Meuterer von der Bounty und ihrer tahitianischen Frauen.
Inhaltsverzeichnis [AnzeigenVerbergen]
1 Geografie
2 Flora und Fauna
2.1 Flora
2.2 Fauna
3 Geschichte
3.1 Vorgeschichte
3.2 Entdeckungsgeschichte
3.3 Besiedelung durch die Bounty-Meuterer
3.4 Erfolglose Strafexpedition
3.5 Wiederentdeckung
3.6 Eingliederung in das britische Königreich
3.7 Emigration nach Norfolk
3.8 Neuzeit
4 Pitcairn heute
4.1 Politik
4.2 Wirtschaft
4.3 Infrastruktur
4.4 Tourismus
4.5 Der Vergewaltigungs-Prozess 2004
5 Pitkern
6 Literaturhinweise
7 Weblinks
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Geografie
Lage auf dem GlobusDie 4,5 km große Insel liegt isoliert im Südpazifik,
bei 25° 03 Süd und 130° 05 West. Die nächstgelegenen
bewohnten Inseln sind im Osten die Osterinsel in 2.000 km Entfernung und im
Westen die Gambierinseln in 500 km Entfernung.
Pitcairn ist ein Monolith vulkanischen Ursprunges, dessen steile Klippen sich unmittelbar aus dem Meer erheben. Im Gegensatz zu vielen andern Inseln des Südpazifiks fehlt der umgebende Korallensaum, sodass eine starke Brandung ungeschützt die Küste erreicht.
Das Profil ist sehr ausgeprägt, es gibt auf der Insel keine größeren, zusammen hängenden Ebenen. Die höchste Erhebung liegt 347 Meter über dem Meeresspiegel.
Vulkanische Schlacke verursacht die auffallend rote Färbung des Bodens. Die Erde ist fruchtbar und das tropische Klima mit ergiebigen Regenfällen begünstigt ein üppiges Wachstum. Im Sommer (d.h. im mitteleuropäischen Winter) gibt es aber auch gelegentliche Trockenperioden. Die Jahresniederschlagsmenge beträgt 1.800 mm (zum Vergleich: Köln 700 mm). Die Durchschnittstemperatur liegt zwischen 19 und 24 °C.
Flüsse, Bäche und Seen fehlen, sodass die Einwohner zur Wasserversorgung auf Zisternen angewiesen sind.
Die einzige Ansiedlung ist das oberhalb der Bounty-Bay gelegene Adamstown, in dem sämtliche, derzeit 46 Einwohner der Insel wohnen.
Bounty Bay, Hill of Difficulties und Adamstown im Morgenlicht[Bearbeiten]
Flora und Fauna
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Flora
Weite Bereiche von Pitcairn sind mittlerweile verbuscht und mit nichtheimischer
Flora bedeckt. Über größere Flächen hat sich der Rosenapfel
(Syzygium Jambos) ausgebreitet, ein ursprünglich aus Asien stammender,
immergrüner Myrtenstrauch, der bis zu 15 Meter hoch werden kann. Weitere
Gebiete von bedeutendem Umfang sind als landwirtschaftliche Kulturflächen
angelegt.
Heimischer Pflanzenwuchs bedeckt mittlerweile nicht einmal mehr 30 Prozent der Oberfläche, überwiegend Steillagen und abgelegene Täler. Die heimische Flora Pitcairns stammt ursprünglich aus Südost-Polynesien, durch die isolierte Lage und das relativ junge geologische Alter der Insel ist sie allerdings gegenüber den anderen polynesischen Inseln eher unterentwickelt.
Die Reste des heimischen Waldes werden von dem endemischen Baum Homalium Taypau dominiert, von den Insulanern Sharkwood-Tree genannt, weil sich aus dem Holz Schnitzereien (Haie und Delfine) herstellen lassen. In abgelegenen, schattigen Taleinschnitten findet sich ein ausgedehnter Bewuchs mit Farnen. Endemisch und mittlerweile sehr bedroht ist der zu den Wurmfarngewächsen (Dryopteridaceae) gehörige Ctenitis Cumingii.
Eine weitere endemische Pflanze ist der zu den Korbblütlern zählende Bodendecker Bidens Mathewsii, der überwiegend in den Kliffs der Süd- und Westküste wächst.
Im Norden und Osten der Insel sind die verbuschten Flächen von Pandanusbäumen durchsetzt.
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Fauna
Die ursprüngliche Fauna an Land beschränkt sich auf Insekten und Eidechsen.
Alle anderen Tiere sind von den Europäern eingeführt. Eine große
Plage sind inzwischen die Ratten geworden. Für den Menschen gefährliche
Tiere gibt es nicht.
Auf Pitcairn, insbesondere auf den vorgelagerten steilen Klippen, nisten alle Arten von Seevögeln. Eine vollständige Bestandsaufnahme steht noch aus.
Durch das Fehlen eines Korallenriffes überwiegen in der Umgebung Pitcairns die Hochseefische. Die unregelmäßig erscheinende Inselzeitung "The Pitcairn Miscellany" listet akribisch auf, welche und wie viele Fische die Bewohner gefangen haben. Darunter sind hauptsächlich Haie, Doraden, Barracudas, Thunfische und gelegentlich ein Marlin. Einmal im Jahr kommen Buckelwale auf ihrem Zug durch den Pazifik vorbei, jedes Mal eine große Attraktion für die Schulkinder.
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Geschichte
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Vorgeschichte
Die Vorgeschichte Pitcairns liegt weitgehend im Dunkeln. Man nimmt heute an,
dass Pitcairn von der nordwestlich gelegenen Insel Mangareva aus besiedelt wurde.
Im kleinen Museum neben der Schule in Adamstown sind sorgfältig gearbeitete
Steinwerkzeuge ausgestellt, die eine Besiedlung vor Ankunft der Bounty-Meuterer
belegen. Es wird erzählt, dass die ersten europäischen Ankömmlinge
steinerne Standbilder - vergleichbar mit denen der Osterinsel - aufgefunden
hätten. Der belgische Archäologe Henri Lavachery besuchte 1936 während
seiner Osterinsel-Expedition mit Alfred Metraux auch die Insel Pitcairn. Er
befragte die Einwohner, die ihm berichteten, dass die Bounty-Meuterer im Osten
der Insel oberhalb der Bounty-Bay eine viereckige Kultplattform aus sorgfältig
gesetzten Steinen aufgefunden hätten. Alle vier Ecken seien mit steinernen
Standbildern, aufgestellt mit dem Rücken zum Meer, versehen gewesen. Die
Plattform sei jedoch zerstört und die Idole über die Klippen ins Meer
gerollt worden. An einem der Häuser konnte Lavachery eine Steinfigur aufffinden,
die als tragende Säule zweckentfremdet worden war. Die ursprünglich
vermutlich zwei Meter große Figur endete unterhalb des Bauchnabels, die
sorgfältig ausgearbeiteten Hände waren vor dem Bauch gefaltet. Insoweit
gibt es Parallelen zu den Moais der Osterinsel. Der Kopf der Steinfigur war
nicht mehr erhalten.
Bei Down-Rope, einem nur schwer zugänglichen Küstenabschnitt im Süden, fand Lavachery Felsritzungen mit Darstellungen von Tieren, Menschen und grafischen Symbolen. Sie sind heute noch dort sichtbar. Bei Ankunft der Europäer war die Insel bereits unbewohnt. Das Schicksal der "Ureinwohner" ist nicht bekannt.
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Entdeckungsgeschichte
Das erste europäische Schiff, das Pitcairn erreichte, aber wegen des starken
Seegangs nicht landen konnte, war 1767 HMS Swallow, eine Sloop von 278 tons,
unter Kapitän Philip Carteret. Er benannte die vom 14-jährigen Seekadetten
Robert Pitcairn entdeckte Insel Pitcairns Insel (die Pitcairns waren eine
aus Schottland stammende deutsche Kaufmannsfamilie aus Memel, Roberts Vater
John und sein Bruder Offiziere der Marineinfanterie Georg III.).
Carteret konnte jedoch wegen des damaligen Längenproblems die Position
nur sehr ungenau bestimmen (der Längenfehler betrug mindestens 170 km),
daher war die Insel in den Seekarten falsch verzeichnet und nur schwer wiederzufinden.
Kapitän James Cook kannte Carterets Bericht, wollte Pitcairn auf seiner zweiten Südsee-Expedition (1772 bis 1775) aufsuchen, musste jedoch davon absehen, als auf seinem Schiff Skorbut ausbrach.
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Besiedelung durch die Bounty-Meuterer
Der Anführer der Meuterer, Fletcher Christian, kannte ebenfalls Carterets
Bericht und hielt die schwer auffindbare Insel für den idealen Zufluchtsort.
Zusammen mit acht weiteren Besatzungsmitgliedern (Edward Young, John Mills, William Brown, Isaac Martin, William McCoy, Matthew Quintal, John Williams und John Adams), sechs Polynesiern (vier aus Tahiti, zwei aus Tubuai) und zwölf Frauen aus Tahiti erreichte er mit der Bounty die unzugängliche, felsige Insel am 15. Januar 1790, konnte sie aber der starken Brandung wegen erst drei Tage später betreten.
Christian landete mit zwei Gefährten und erkundete die Insel zwei Tage lang. Zum Schiff zurückgekehrt, konnte er Pitcairn als unbewohnt, aber bewohnbar bezeichnen. Reste einer verlassenen polynesischen Siedlung hatte er gefunden. Es gab Kokospalmen und Brotfruchtbäume. Schweine, Ziegen, Hühner, Yamswurzeln und Süßkartoffeln führte die Bounty mit.
Es wurde beschlossen, das Schiff auf Grund zu setzen, um das Anlanden der mitgebrachten Versorgungsgüter zu erleichtern. Christian fand für diese absichtliche Strandung den besten Platz, die heutige Bounty-Bay. Das Baby Sally, das mit an Bord war, wurde in ein Fass gesetzt und so sicher an Land gebracht. Soweit in zwei Tagen möglich, wurde das Schiff ausgeschlachtet.
Aus der Siedlung, die die Meuterer am ersten Tag einrichteten, entstand das heutige Adamstown.
Nach Debatten unterband Quintal jede Gefahr der Entdeckung, indem er das Wrack am 23. Januar kurzerhand in Brand steckte. Als Symbol für die endgültige Besiedelung der Insel wird dieses Datum heute als Bounty Day begangen und alljährlich an historischer Stelle ein Schiffsmodell angezündet.
Bis zu dem Zeitpunkt, als die Gefährtin Williams, des Schmieds der Kolonie, starb, sind keine besonderen Konflikte bekannt. Jeder Europäer hatte eine Gefährtin, die sechs Polynesier mussten sich aber die übrigen drei Frauen teilen und wurden auch ansonsten eher als Sklaven behandelt.
Als die Europäer dem verwitweten Schmied eine der drei zu den Polynesiern gehörigen Frauen zuteilten, eskalierte der schon lange schwelende Konflikt: Am 20. September 1793 wurden Williams und drei weitere Meuterer von den Polynesiern getötet, am 3. Oktober Fletcher Christian. Bald darauf waren auch alle polynesischen Männer und eine Frau ermordet. 1794 lebten nur noch Young, der die Führung übernommen hatte, Adams, Quintal und McCoy sowie zehn Frauen und deren Kinder.
Der Schotte McCoy begann aus der Wurzel der Keulenlilie (Cordyline terminalis) Schnaps zu brennen, verfiel dem Alkohol und stürzte betrunken von den Klippen zu Tode (es wird auch die Meinung vertreten, dass er Selbstmord beging). Nachdem der ebenfalls dem Alkohol verfallene, gewalttätige Quintal gedroht hatte, alle Kinder umzubringen, einigten sich Young und Adams 1799 darauf, ihn gemeinsam zu beseitigen.
Nachdem Edward Young am 25. Dezember 1799 an Asthma gestorben war, blieb John Adams als einziger erwachsener Mann übrig, zusammen mit zehn Polynesierinnen und inzwischen 23 Kindern der Europäer. Die polynesischen Männer hatten keine Nachkommen hinterlassen. Young hatte dem ungebildeten Adams mit der Bounty-Bibel (die heute in der Kirche in Adamstown aufbewahrt wird) als Lehrbuch das Lesen beigebracht.
Adams begann nun ein frommes Leben. Er las die Bibel, verbot den Genuss von Alkohol und hielt an jedem Sabbat Gottesdienst. Am 5. März 1829 starb er, von der Gemeinde hochverehrt, eines natürlichen Todes.
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Erfolglose Strafexpedition
Die Admiralität hatte noch im November 1790 die Fregatte HMS Pandora unter
Kapitän Edward Edwards ausgesandt, um die Meuterer zu verhaften. Auf der
Hinreise kam sie Pitcairn nahe, aber die Insel blieb hinter dem Horizont. Edwards
entdeckte jedoch das heute zur Pitcairn-Gruppe gehörende Atoll Ducie. 1791
nahm er auf Tahiti alle vierzehn dort noch lebenden Europäer gefangen,
auf der Heimreise durchkreuzte er noch ergebnislos die weiter westlich gelegenen
Inseln, bevor die Pandora am Barriereriff unterging. Im September erreichten
die Überlebenden England, wo den zehn überlebenden Männern der
Bounty der Prozess gemacht wurde. Drei wurden gehängt.
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Wiederentdeckung
Wiederentdeckt wurde Pitcairn von Mayhew Folger, einem amerikanischen Seehundjäger,
der auf seinem Schiff Topaz am 6. Februar 1808 die Insel sichtete. Er wunderte
sich über den Rauch auf der von Carteret als unbewohnt beschriebenen Insel,
aber mehr noch darüber, dass die drei vermeintlichen Eingeborenen, die
ihm entgegenpaddelten, sich als Engländer und von der Insel gebürtig
bezeichneten. Er besuchte die Kolonie, war Adams Gast und bekam zum Abschied
den Kompass und den time keeper, die Navigationsuhr der Bounty.
Folgers Bericht, der Admiralität am 14. März 1809 zugestellt, hatte aber keine nachweisbaren Auswirkungen. Der Krieg gegen Napoleon beanspruchte die Aufmerksamkeit, aber vielleicht war man auch geneigt, Gras über die Sache wachsen zu lassen: Das Aufsehen um den Bounty-Prozess von 1792 war dem Ruf der Marine nicht zuträglich gewesen.
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Eingliederung in das britische Königreich
Am 17. September 1814 kamen die beiden britischen Kriegsschiffe HMS Briton und
HMS Tagus vor Pitcairn an. Die Kapitäne Staines und Pipon waren beeindruckt
von der friedvollen und gottesfürchtigen Gemeinschaft. Sie schrieben an
die Admiralität, dass es ein Akt von großer Grausamkeit gewesen wäre,
Adams gefangen zu nehmen.
Detail am Rand: Erst bei diesem Besuch fiel auf, dass die Zeitrechnung auf
der Insel um einen Tag falsch war. Die Meuterer hatten auf ihrer Suche nach
einer Bleibe dreimal die Datumsgrenze überquert, und dabei scheint sich
der Fehler eingeschlichen haben. Der erste Besucher, Mayhew Folger, war nur
zehn Stunden auf der Insel und hatte diese Diskrepanz offenbar nicht gemerkt.
In den Folgejahren gab es weitere Besuche. Walfänger nutzten die Möglichkeit,
sich mit frischem Gemüse zu versorgen. Die isolierte Gemeinschaft wurde
romantisch verklärt und von frommen Spendern mit Bibeln, Gesang- und Gebetbüchern,
aber auch mit Nützlichem wie Hausrat und Werkzeug versorgt.
1823 blieb als erster Siedler nach den Meuterern der Schiffszimmermann Warren Buffet auf der Insel, 1828 George Nobbs, der angeblich uneheliche Sohn eines Marquis.
1831 wurden alle Bewohner nach Tahiti evakuiert. Nachdem dort etliche Pitcairner, als erster Fletcher Christians Sohn Thursday October, an Infektionskrankheiten gestorben waren, kehrten 65 Überlebende bereits im September 1831 auf ihre isolierte Insel zurück.
Nach Übergriffen vorbeifahrender Walfänger strebten die Bewohner den Schutz durch die britische Krone an: Mit Unterstützung des Kapitäns Elliot vom britischen Walfänger Fly formulierten sie eine Insel-Verfassung, die u.a. den damals scheinbar konfliktträchtigen Umgang mit Hunden, Katzen und Ziegen regelte und die am 30. November 1838 an Bord der Fly unterzeichnet wurde. Dieser Schritt hatte letztlich den Status einer britischen Kolonie zur Folge, der anlässlich des Vergewaltigungsprozesses 2004 wieder thematisiert wurde, nämlich bezüglich der Frage, inwiefern Britisches Recht durch ortsübliches Gewohnheitsrecht außer Kraft gesetzt werden kann.
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Emigration nach Norfolk
1845 hatte Pitcairn 156 Einwohner, 1856 bereits 194 mit zunehmender Tendenz.
Da man nach einigen Naturkatastrophen befürchten musste, die inzwischen
beträchtlich angewachsene Inselgemeinde könne sich nicht mehr selbst
ernähren, wurden die Bewohner 1856 erneut evakuiert, dieses Mal auf die
6.000 Kilometer westlich gelegene, zu Australien gehörende Norfolkinsel.
1858 kehrten 16 Emigranten unter der Führung von Moses und Mayhew Young zurück, 1864 folgten vier weitere Familien.
Die sehr frommen Einwohner hatten die Schriften, die ihnen von den Siebenten-Tags-Adventisten zugesandt wurden, eifrig gelesen. Daher war ein im Jahre 1890 ankommendes amerikanisches Missionsschiff sehr willkommen, und die wirtschaftliche Unterstützung, die mit der Adventistenmission einherging, gewiss nicht weniger: Sämtliche Einwohner ließen sich taufen.
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gab es auf der Insel eine Zeitung, eine Schule und einen Kindergarten.
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Neuzeit
Mit der Öffnung des Panama-Kanales 1914 endete die Isolation, denn Pitcairn
lag auf der Schiffsroute nach Neuseeland. Nahezu jede Woche besuchte ein Schiff
die Insel.
Im Zweiten Weltkrieg stationierte die britische Marine Funkbeobachter auf Pitcairn.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lagen die Interessen Großbritanniens in anderen Bereichen der Welt, sodass, in Ermangelung eines Hafens und eines Flugplatzes, eine erneute relative Isolierung einsetzte. Heute wird Pitcairn durchschnittlich vier- bis sechsmal im Jahr von einem Containerschiff angefahren, das die lebensnotwendigen Güter und Post überbringt. Gelegentlich kommt auch ein Kreuzfahrtschiff zu Besuch.
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Pitcairn heute
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Politik
Die Pitcairninseln sind die letzte britische Kolonie im Südpazifik. Die
Bewohner wehren sich seit Jahren erfolgreich, diesen Status zu ändern,
denn nur so ist ihr Verbleib auf der Insel gesichert. Nach außen werden
die Pitcairninseln vom britischen Gouverneur in Neuseeland vertreten, die Verwaltung
erfolgt durch einen High-Kommissioner in Auckland.
Intern werden die Pitcairninseln von einem Magistrat und einem Bürgermeister bzw. einer Bürgermeisterin verwaltet. Ein Inselrat aus fünf gewählten Personen bestimmt die Grundsätze des Zusammenlebens und koordiniert insbesondere die Gemeinschaftsarbeiten. Im November 2004 wurde erstmals eine Frau zur Bürgermeisterin von Pitcairn gewählt: Brenda Christian, eine direkte Nachfahrin von Fletcher Christian, dem Anführer der Bounty-Meuterer. Seit dem 15. Dezember 2004 ist Jay Warren Bürgermeister.
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Wirtschaft
Die Bewohner sind überwiegend Selbstversorger. Hauptnahrungsmittel sind
Fische. In den Haushalten werden auch Ziegen und Hühner gezüchtet.
Der fruchtbare Boden ermöglicht den Anbau von Ananas, Kokospalmen, Zuckerrohr,
Yams, Taro, Brotfrucht, Bananen und Zitrusfrüchten. Die Orangen von Pitcairn,
so behaupten die Einwohner, seien die besten der Welt. In jedem Fall sind sie
die exklusivsten.
Haupteinnahmequelle ist der Vertrieb der schön gestalteten und bei Sammlern begehrten Briefmarken, die in Neuseeland gedruckt werden. Kürzlich sind auch Telefonkarten hinzu gekommen. Der Pitcairn-Dollar wird als Sammlermünze in Gold und Silber (in Deutschland) geprägt.
Honig, Trockenfrüchte, Schnitzereien und in Asien hergestellte T-Shirts werden an die Kreuzfahrttouristen verkauft und in geringem Umfang auch exportiert. Der Vertrieb erfolgt über die "Pitcairn Island Producers Cooperative" (kurz: PipCo).
Den wesentlichen Beitrag zum Staatshaushalt leisten jedoch die Subventionen von Großbritannien und der EU. Den auf der Insel jährlich erwirtschafteten 253.000 USD steht ein Aufwand von 1,1 Millionen USD gegenüber. [1] (http://abc.net.au/ra/news/stories/s1307823.htm)
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Infrastruktur
Hauptplatz mit KircheMangels fließender Gewässer hat Pitcairn keine
Süßwasserversorgung, Vorräte sind in Zisternen gespeichert,
die Häuser verfügen über Wassertanks. Eine Bohrung hat unlängst
ein Süßwasservorkommen in 30 m Tiefe nachgewiesen (13. März
2005, Mike Warren) (http://onlinepitcairn.com/information/news/13march2005.htm).
Als großen Fortschritt empfanden die Einwohner die Installation von Toiletten
mit Wasserspülung im Jahr 2003 (besonders öffentliche für den
Bedarf der gelegentlichen Kreuzfahrttouristen).
Die Stromversorgung erfolgt durch zwei Dieselgeneratoren, die jedoch nur zeitweilig in Betrieb sind. Eine 24-Stunden-Versorgung ist nicht vorgesehen. Ein wesentlicher Kostenfaktor für die kleine Gemeinde ist der Treibstoff für die Generatoren, sodass ein gelegentlich von einem Kreuzfahrtschiff als Gastgeschenk überreichtes Fass Diesel hoch willkommen ist.
Die Häuser sind mit Inseltelefon über UKW verbunden. Seit eine 2001 (?) installierte Erdbebenwarte kontinuierliche Datenübertragung notwendig machte, ist auch E-Mail- und Telefonverkehr über Inmarsat möglich. Die Funkstation der Insel betreibt amtlichen Funkverkehr, es gibt aber auch private Kurzwellenverbindungen mit Picairn auf 21348 und 14181 KHz (Rufname z.B. VP6TC, Tom Christian) oder auf 21325 und 21348 KHz (VP6YL), und etliche mehr.
Auf der Insel gibt es derzeit noch keine befestigten Straßen. Hauptverkehrsmittel sind Quads und Motordreiräder, die schon von Kindern virtuos gehandhabt werden. Pläne, den Weg von der Mole bis Adamstown am Hill of Difficulty gegen Erdrutsche zu befestigen, könnten demnächst verwirklicht werden (s. Geplanter Ausbau).
Pitcairn hat weder Hafen noch Flugplatz. Der einst diskutierte Airstrip scheint aus Platzmangel und ökologischen Gründen unrealisierbar. Die gesamte Versorgung erfolgt über Frachter, normalerweise Containerschiffe im Verkehr zwischen Neuseeland und dem Panamakanal: Das Schiff stoppt für einige Stunden und die Güter werden in oft riskanten Manövern mit den rund 12 Meter langen Aluminium-Arbeitsbooten der Pitcairner überstellt.
Die Insel hat eine recht fortschrittlich mit Computer, Video und DVD-Player ausgestattete Schule. Die Lehrerin wird für zwei Jahre verpflichtet und kommt meist aus Neuseeland. Kinder, die auf weiterbildende Schulen gehen möchten, besuchen Internate in Neuseeland.
Vor einigen Jahren wurde die Krankenstation modernisiert. In dem neu errichteten Gebäude unterhalb des Dorfes sind ein Behandlungszimmer mit Röntgeneinrichtung, ein Zahnbehandlungsraum, Labor und Medikamentendepot sowie ein Krankenzimmer untergebracht. Die Insel hat keinen Arzt. Krankenschwester ist normalerweise die Ehefrau des Pfarrers. Inzwischen hat sich aber auch die Pitcairnerin Meralda Warren zur Krankenschwester ausbilden lassen.
In einem Coop-Laden können die Inselbewohner Güter kaufen, die sie nicht selbst herstellen können, allerdings ist das Angebot sehr beschränkt, insbesondere, wenn das Versorgungsschiff Verspätung hat.
Geplanter Ausbau
Zum Ausbau der Slipanlage, Bau eines Wellenbrechers und Befestigung der Straße
auf dem Hill of Difficulties, die bis September 2005 abgeschlossen sein sollen,
werden der Insel 6,6 Millionen USD zur Verfügung gestellt. Davon werden
3,6 Millionen von Großbritannien und 3,0 aus EU-Mitteln aufgebracht.[2]
(http://www.pacificislands.cc/pina/pinadefault2.php?urlpinaid=14542)
Das nicht von der Britischen Regierung finanzierte, aber nötige neue Bootshaus,
das mit 12.000 USD veranschlagt wurde, wird durch private Spender und Sponsoren
finanziert. [3] (http://www.pacificislands.cc/pina/pinadefault2.php?urlpinaid=14542)
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Tourismus
Pitcairn ist schwierig zu erreichen, da die Insel über keinen Flugplatz
und keinen Hafen verfügt. Versorgungsschiffe fahren unregelmäßig
ab Neuseeland und sind daher für Touristen kaum geeignet. Kreuzfahrtschiffe,
die mehrmals jährlich vorbeikommen, und Segelkreuzfahrten sind faktisch
die einzige Möglichkeit, dorthin zu gelangen. Allerdings ist das Anlanden
wegen der rauen See häufig zu gefährlich für Touristen, so dass
viele Kreuzfahrtschiffe keine Passagiere absetzen, sondern nur die Insel umfahren.
Pitcairner kommen dann an Bord, bieten Souvenirs an und nehmen Erfrischungen
zu sich, wie man sich angesichts des Alkoholverbots auf der Insel pietätvoll
ausdrückt. Für das Betreten der Insel ist die kostenpflichtige Erlaubnis
erforderlich, die Kreuzfahrttouristen erteilt, Besuchern, die länger bleiben
wollen, jedoch meist vom Inselrat verweigert wird. In Adamstown gibt es ein
Regierungs-Gästehaus, das offiziellen Besuchern vorbehalten ist, andere
Gäste müssen privat unterkommen.
Adamstown von Christians Cave ausHauptattraktion ist wohl die Insel selbst mit
ihren Bewohnern, und das Wissen zu den wenigen zu gehören, die Pitcairn
überhaupt jemals betreten haben.
In einem Raum neben der Schule ist ein kleines Museum eingerichtet. Es zeigt
fein gearbeitete Steinwerkzeuge aus der Zeit der polynesischen Besiedelkung,
einige Relikte der Bounty und persönliche Besitztümer der Bounty-Meuterer.
Oberhalb von Adamstown liegt in einem steilen Felsen Christians Cave, eine flache
Höhle mit überwältigendem Blick über die Insel und das Meer.
Hier soll sich Fletcher Christian zurückgezogen haben, um nach britischen
Schiffen Ausschau zu halten oder seinen Gedanken nachzuhängen.
Am nördlichen Dorfrand liegt der kleine Friedhof, romantisch verwittert
und mit blühenden Schlingpflanzen überwuchert. Außerhalb des
Friedhofes, im Westen des Dorfes, liegt das Grab von John Adams, der neben seinen
Frauen bestattet ist. Es ist das einzige noch erhaltene Grab eines Meuterers
der Bounty.
Der Hauptplatz, ein befestigter Platz in der Dorfmitte, wird umrahmt von der
Kirche, der Post, dem Gemeindehaus und dem Gemeindesaal.
In der Kirche wird in einer Vitrine die Bibel der Bounty aufbewahrt, die noch
einige handschriftliche Anmerkungen William Blighs erhalten. Vor dem Gemeindehaus
sind ein Anker und einer der Vierpfünder (Kanone) der Bounty
ausgestellt (der andere Anker wurde bei Christians heimlicher Abreise aus Tahiti
abgeschnitten).
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Der Vergewaltigungs-Prozess 2004
Nach Anschuldigungen wegen Kindesmissbrauchs und Vergewaltigung gegen mehrere
Pitcairner Männer wurden fünf Jahre lang Untersuchungen in Pitcairn,
Norfolk, Australien ua geführt. Es wurde auch geklärt, dass der Prozess,
wie von der Anklage gefordert, auf Pitcairn stattzufinden hätte.
Daher wurde eigens für den Prozess ein Gerichtsgebäude errichtet und die Satellitenkommunikationsanlagen wurden so ausgebaut, dass die Zeuginnen während des Prozesses per Videokonferenz vernommen werden konnten, da sie durch Aufenthalt unter den engen Verhältnissen der Insel unzumutbarem psychischem Druck ausgesetzt gewesen wären. Richter, Staatsanwälte und Verteidiger hatten aus Neuseeland anzureisen.
Die Staatsanwaltschaft legte sieben Beschuldigten 50 Missbrauchs- und Vergewaltigungsfälle zur Last, die teilweise bis zu den 1960er Jahren zurückgehen. Im Oktober 2004 wurden vom Gericht sechs Einwohner - die Hälfte der erwachsenen Männer auf der Insel - mehrfacher sexueller Vergehen an Minderjährigen für schuldig befunden. Pitcairns Ex-Bürgermeister Steve Christian wurde wegen fünf Vergewaltigungen zu drei, sein Sohn Randy wegen derartiger Delikte zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weitere Täter erhielten Haftstrafen von fünf und zwei Jahren, zwei Beschuldigte wurden zum Ableisten gemeinnütziger Arbeit verurteilt, einer, derzeit Bürgermeister, wurde freigesprochen. Die Verteidigung hat Rechtsmittel gegen die Urteile eingelegt, und dies damit begründet, dass Britisches Recht auf Pitcairn nicht oder nicht in vollem Umfang anzuwenden sei. Der Entscheid durch die nächste Instanz wird nicht vor Mitte 2005 erwartet, die Verurteilten bleiben so lange in Freiheit.
Das Urteil kann das Leben der aller Inselbewohner schwer beeinträchtigen, da die Insel über keinen für seegehende Schiffe befahrbaren Hafen verfügt, die Versorgung der Insel mit Waren daher nur über Longboats, Arbeitsboote, abgewickelt werden kann, zu deren Bemannung zumindest einige der Verurteilten benötigt werden. Ein Zusammenbruch der Versorgung wäre zu befürchten, wenn die Männer länger inhaftiert sind. Dass den Häftlingen für diese unumgänglichen Einsätze ohnedies Hafturlaub gewährt werden wird, gilt als gesichert, ebenso wie als sicher angenommen wird, dass den Einsprüchen der Anwälte letztlich nicht stattgegeben werden wird.
Für die Gesellschaft Pitcairns, wo jeder mit jedem verwandt ist, ist die Belastung durch die Ereignisse ohnedies ebenso unabwendbar wie gewaltig. Bereits während der jahrelangen Voruntersuchungen hatten sich Lager gebildet.
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Pitkern
Ein interessantes Relikt aus der Zeit der Meuterer ist die Umgangssprache Pitkern,
ein Pidgin aus der Umgangssprache der britischen Seeleute des ausgehenden 18.
Jahrhunterts und dem Tahitianisch dieser Zeit.
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Literaturhinweise
Dea Birkett: Schlange im Paradies, Albrecht Knaus 1997, ISBN 381350123
(beschreibt den Inselalltag aus der Sicht einer wenig beliebten Langzeitbesucherin)
Herbert Ford: Pitcairn: Port of Call, Hawser 1996; ISBN 0964964201
(englisch; Professor Ford ist Leiter des Pitcairn Islands Study Center, Pacific
Union College [Adventisten])
C. Nordhoff: Meer ohne Grenzen, Deutsche Buchgemeinschaft Berlin 1938 (Die Geschichte
Pitcairns als Roman)
H. Lavachery: Contribution à l´étude de l´archéologique
de I´lle de Pitcairn, veröffentlicht im Bulletin der königlich
belgischen Gesellschaft für Anthropologie und Vorgeschichte , Band V 51,
1936 (in französischer Sprache)
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Weblinks
http://www.lareau.org/pitcairn2.gif Karte der Insel
http://www.government.pn/ Pitcairns offizielle Website (englisch)
http://library.puc.edu/pitcairn/pitcairn/index.shtml Informationen über
die Pitcairn-Inseln (Pacific Union College; englisch)
http://www.mare.de/mare/hefte/pitcairn.php Pitcairn-Kolumne und -Archiv in der
Zeitschrift mare (dt.)
http://www.koys.de/Pitcairn/ Pitcairn - Ein Bilderbuch zum Downloaden (Ina Koys)
Siehe auch: Linksammlung zur Geschichte Pitcairns (bis ca. 1814)
Seit etwa 6000 Jahren besiedeln sie die Inseln des Pazifiks. Wohl bedingt durch die lange Isolation der Polynesier ist ihre ursprüngliche Herkunft sehr umstritten. Genomforschungen legen eine Herkunft aus Taiwan nahe, aber auch Neuguinea ist in der Debatte.
Die Polynesier gehörten zu den geschicktesten Seefahrern der Geschichte. Sie besiedelten viele der rund 10000 Inseln des südlichen Pazifik, darunter Tonga, Neuseeland, Hawaii und die Osterinsel. Zwischen 200 v. Chr. und 400 n. Chr. segelten die Polynesier nach Norden, in westlichen Bogen nach Melanesien und Mikronesien. Andere östlich gegen Strömung und Wind zu den Cookinseln. Von dort aus, irgendwann zwischen der Zeitenwende und 600 n. Chr. entdeckten sie Tahiti, die Tuamotus, die Marquesas, Mangareva und Pitcairninseln. Sie fuhren aus, um neue Inseln und Plätze für ihr Volk zu finden. Die Kunst sich auf dem Wasser zu orientieren war einer Elite, genannt Wasseresser vorbehalten. Der Schiffstyp, den die Polynesier benutzten, hieß Auslegerkanu und bestand aus zwei Rümpfen. Die Wasseresser, Angehörige einer hochgeachteten Sippe, navigierten mit Hilfe von Sternen, Vogelscharen in der Nähe von Inseln und Wellenströmungen.
Siehe auch: Polynesische Sprache, Polynesien
HMS Pandora
Inhaltsverzeichnis [AnzeigenVerbergen]
1 Schiffsdaten
2 Suche nach der Bounty
3 Rückreise und Untergang
4 Die Pandora heute
5 Weblinks
6 Weitere Schiffe mit Namen HMS Pandora
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Schiffsdaten
Bauart: Dreimast-Vollschiff mit 2 Decks
Werft: Adams, Barnard & Dudman, Deptford (England)
Stapellauf: 17. Mai 1779
Bewaffnung: Zweiundzwanzig 9-Pfünder und zwei 3-Pfünder
Bewaffnung während der Bounty-Mission: Zwanzig 6-Pfünder und vier
18-Pfünder Karronaden
Tonnage: 520 tons
Länge: 38,5 m (120 ft)
Breite: 9,8 m (32 ft)
Besatzung: 140
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Suche nach der Bounty
Die Pandora verließ im November 1790 England, umrundete Kap Hoorn, segelte
in den Pazifik und passierte, ohne dass Kapitän Edwards dies ahnte, Pitcairn,
die Zufluchtsstätte der nicht auf Tahiti verbliebenen Bouty-Meuterer. Dabei
entdeckte Edwards das Atoll Ducie, das nur wenige hundert Kilometer nordöstlich
von Pitcairn liegt.
Die Pandora erreichte die Matavai Bucht auf Tahiti Anfang März 1791. Kaum hatte das Schiff geankert, kamen drei der Meuterer (Peter Heywood, George Steward und Joseph Coleman) freiwillig an Bord. Edwards ließ sie sofort in Eisen legen und brachte sie als Gefangene unter Deck. Unterdessen errichtete der Schiffszimmermann als Gefängnis für die Meuterer auf dem Achterdeck einen 3 x 6 Meter großen, massiven Unterstand, von der Mannschaft Pandoras Box genannt (in Anlehnung an die Büchse der Pandora).
Noch am selben Tag begann Kapitän Edwards mithilfe der örtlichen Häuptlinge mit der Suche nach den übrigen Besatzungsmitgliedern der Bounty. Schon ahnend, was ihnen bevorstand, waren einige der Meuterer angesichts des britischen Kriegsschiffes in die Berge geflohen. Die anderen waren zufällig am Tage zuvor mit einem selbst gebauten Boot nach Papara an der Südküste Tahitis gesegelt. Binnen zwei Wochen waren alle auf Tahiti gebliebenen Meuterer gefangen. Über das Schicksal der Bounty und der übrigen 9 Besatzungsmitglieder konnte Edwards nur erfahren, dass sie zu einer unbekannten Insel abgesegelt waren.
Edwards ließ die Pandora nun reparieren, überholen und verproviantieren, lichtete am 8. Mai 1791 die Anker und machte sich auf die Suche nach der Bounty, ohne dass er die geringste Ahnung hatte, wo das Schiff abgeblieben war. Die Pandora kreuzte drei Monate in der Südsee, passierte die Cookinseln, Tokelau, Samoa, Wallis und Futuna und suchte dabei zahlreiche Inseln ergebnislos ab. Dabei kamen einige Besatzungsmitglieder bei Konflikten mit den kriegerischen Eingeborenen ums Leben. Wäre Edwards nach Osten gesegelt, statt nach Westen, wie ihm die britische Admiralität befohlen hatte, hätte er durchaus Erfolg haben können.
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Rückreise und Untergang
Anfang August segelte Edwards von Samoa zur Endeavour Straße, die Meerenge
zwischen Australien und Papua-Neuguinea, um die Rückreise nach England
anzutreten. Die Endeavour Straße war weitgehend unerforscht und nur unzureichend
kartiert. Edwards musste daher eine Fahrrinne durch das Barriereriff suchen.
Am Abend des 29. August 1791 lief die Pandora auf ein Korallenriff und nahm
so schnell Wasser, dass die Mannschaft mit den Pumpen nur wenig ausrichten konnte.
Edwards ließ daher die Boote ausbringen. Die Bounty-Meuterer Coleman,
Mc Intosh und Norman, die Kapitän Bligh als unschuldig bezeichnet hatte,
wurden aus ihrem Gefängnis befreit, die übrigen blieben gefesselt
in Pandoras Box.
Gegen Morgen war das Schiff so weit gesunken, dass das Oberdeck nur noch teilweise über Wasser lag. Zehn Gefangene konnten, entgegen dem Befehl von Edwards, von der Besatzung der Pandora in letzter Minute befreit werden. Richard Skinner, John Sumner, George Steward und Henry Hilbrant ertranken.
Von der Besatzung der Pandora waren 34 ertrunken, und 89, einschließlich Kapitän Edwards, gerettet. Mit den vier offenen Booten durchquerten sie das Barriereriff und erreichten die unbewohnte Halbinsel York. Dann machten sie sich auf den Weg zur holländischen Kolonie Timor, wo sie am 16. September 1791 nach einer über 1.000 Meilen langen, abenteuerlichen Fahrt anlangten. Als Passagiere holländischer Ostindienfahrer kehrten Kapitän Edwards, die gesunden seiner Besatzungsmitglieder sowie die zehn überlebenden Bounty-Meuterer über Zwischenstationen in Batavia und Kapstadt nach England zurück.
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Die Pandora heute
Im November 1977 wurde das Wrack durch eine Lockheed P-3 Orion der Royal Australian
Airforce während eines Patrouillenfluges entdeckt. Das Schiff liegt am
äußeren Bereich des Barriereriffs, etwa 120 Kilometer östlich
von Kap York in Queensland, Australien. Die Universität von Queensland
führte eine archäologische Erkundung durch, die das Wrack der Pandora
zweifelsfrei identifizierte. Offensichtlich ist das Schiff nicht auseinander
gebrochen, sondern Steuerbord nach unten zu Boden gesunken und teilweise (30%,
faktisch das frühere Unterwasserschiff) vom Sand bedeckt worden. Nur die
bedeckten Holzteile sind erhalten, diese jedoch in angemessenem Zustand.
1979 wurde das Wrack unter Schutz gestellt. Zwischen 1983 und 1999 gab es insgesamt
neun archäologische Expeditionen, durchgeführt vom Queensland Museum,
South Bank, Brisbane, die viele Relikte bargen, von denen einige im Museum ausgestellt
sind. Dass die Pandora gehoben wird, ist wenig wahrscheinlich. Neben den Bergungskosten
von vielleicht 10 Millionen Dollar würde ein Mehrfaches an Konservierungskosten
für das schiffbautechnisch unergiebige Wrack anfallen. Mit weniger Budget,
das seit 1999 jedoch wegen anderer Prioritäten auch nicht mehr aufgebracht
wurde, ließen sich weitere Grabungsarbeiten am Wrack und die wissenschaftlich
relevantere Katalogisierung der Relikte bewerkstelligen.
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Weblinks
Alle: Museum of Tropical Queensland
HMS Pandora Kurzbericht und Logs mehrer Expeditionen (englisch) (http://www.mtq.qld.gov.au/08pandora/placeinhistory.htm)
The Pandora Project, Logs und umfangreiche Informationen (englisch; gut navigierbar)
(http://pandora.mtq.qld.gov.au/?page=3)
Lage des Wracks (englisch; schnell öffnend) (http://pandora.mtq.qld.gov.au/?page=2)
Die Reste Pandoras (englisch; schnell öffnend) (http://pandora.mtq.qld.gov.au/?page=18)
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Weitere Schiffe mit Namen HMS Pandora
HMS Pandora, dampfgetriebenes Kanonenboot in Holzbauweise, gebaut von der Milford-Werft,
Pembroke (England), Stapellauf 1861. Das Schiff wurde 1875 an Sir Allen Young
verkauft, umgetauft in Jeanette und unternahm mehrere Reisen in die Arktis.
Dort ist sie 1881 im Eis eingefroren und gesunken.
HMS Pandora, Kreuzer der Pearl-Klasse, 2.575 tons, Stapellauf am 27. August
1889, später umgetauft in HMS Katoomba
HMS Pandora, Kreuzer der Pelorus-Klasse, 2.135 tons, Stapellauf am 17. Januar
1900, verschrottet 1913
HMS Pandora (N 42), U-Boot der P-Klasse, Stapellauf am 22. August 1929, versenkt
von einem italienischen Flugzeug 1942 vor Malta, später gehoben und 1945
verschrottet
Der Begriff "Südsee" wird allerdings häufig als Synonym für Polynesien verwendet (Dreieck mit den Eckpunkten Hawaii, Neuseeland, Osterinsel).
Von "http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdsee"
Obwohl die Inseln von Ozeanien kein Teil eines echten Kontinentes darstellen, wird Ozeanien manchmal mit dem australischen Kontinent verbunden um die Welt in kontinentale Gruppen einteilen zu können. Meistens wird es in solchen kontinentalen Einteilungen aber als eigener "Kontinent" behandelt. Als solches ist es der kleinste Kontinent in der Landmasse und der zweitkleinste, nach der Antarktis, in der Bevölkerung.
Eine Besonderheit Ozeaniens ist, dass mit Ausnahme Papua-Neuguineas kein Staat eine Festlandgrenze mit einem anderen Staat besitzt.
Die Sprachen der Malayo-Polynesischen Völker werden austronesische Sprachen genannt.
Ozeanien ist auch der Name eines fiktiven Staates in George Orwells 1984. Er besteht dort aber aus Amerika und England.
Die Ozeanischen Länder/Gebiete:
Australien , Cookinseln , Fidschi , Föderierte Staaten von Mikronesien , Indonesien , Kiribati ,Marshallinseln , Nauru , Neuseeland , Niue , Palau , Papua-Neuguinea , Philippinen , Salomonen , Samoa , Timor-Leste , Tonga , Tuvalu , Vanuatu
(Andere Gebiete: Amerikanisch-Samoa , Französisch-Polynesien , Guam , Hawaii , Midwayinseln , Neukaledonien , Nördliche Marianen , Norfolkinsel , Osterinsel , Pitcairninseln , Wallis und Futuna )
Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Ozeanien"
Westlich liegen Melanesien und Mikronesien.
Das Wort Polynesien entstammt dem Griechischen: poly = viele + nesoi = Inseln)
[Bearbeiten]
Bevölkerung
Die Gesamtbevölkerung Polynesiens wird auf 6 Mio. geschätzt, davon
1 Mio. Polynesier. Äußerlich unterscheiden sie sich stark von den
übrigen Ozeaniern durch hellere Hautfarbe, glattere Haare und größere
Gestalt.
[Bearbeiten]
Besiedlung
Die Besiedelung Polynesiens begann um 1500 v. Chr. Nach der Theorie des Archäologen
Peter Bellwood drangen Seefahrer aus Taiwan über die Philippinen in den
Raum des Inseldreiecks Tonga/Fidschi/Samoa vor und breiteten sich über
die Inselwelt aus. Dieser Vorgang wird mit der Ausbreitung von Pflanzenbau und
einer bestimmten Art von Keramik ( Lapita-Ware) in Verbindung gebracht. Andere
Autoren glauben an eine Besiedlung von Melanesien aus. Um 1300 v. Chr. wurde
die Insel Fidschi erreicht, von dort aus erfolgte die Ausbreitung weiter ostwärts
über Samoa und Tonga bis zu den Osterinseln.
Der Völkerkundler Thor Heyerdahl hat gezeigt, dass eine Besiedlung Polynesiens
theoretisch auch von Osten her möglich gewesen wäre. Die Kon Tiki
ist ein Floß aus Balsa, wie es die Ureinwohner Perus and der Westküste
Südamerikas bauen. Heyerdahl ist damit bis zu den Marquesas-Inseln vorgedrungen.
Der Humboldtstrom erleichtert den Verkehr von Ost nach West und erschwert ihn
in die Gegenrichtung.
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Seefahrt
Für die Fernfahrten benutzten die Polynesier Auslegerkanus aus zusammengebundenen
Planken, die mit ihren scherenförmigen oder dreieckigen Segeln eine Geschwindigkeit
von 7-8 Knoten erreichten. Sie trugen bis zu 200 Personen, wobei auch Tiere
und Nutzpflanzen mittransportiert wurden.
Für die Navigation auf offener See gab es unterschiedliche Techniken, die aus astronomischen und terristischen Bestandteilen zusammengestzt war. Auf der Südhalbkugel nimmt dabei das "Kreuz des Südens" ein zentrale Funktion ein. Neben diesen kannten die Polynesier auch noch ca. 300 weitere Sternengebilde und 5 sogenannte "kleine Sterne", die Planeten des Sonnensystems.
Wichtige terristische Markierungen wie Landschaftsmerkmale und Wellen- und Strömungsbewegungen wurden mit Hilfe der Stabkarten-Technologie festgehalten.
Siehe auch: polynesische Sprachen, Maori, Französisch-Polynesien, Australien
(Kontinent)